Wetter Hochwasser in der Region: Stadt Mannheim sperrt Wege zu Rhein und Neckar

Von 
dpa/lsw/hje/aw/soge
Lesedauer: 
Starke Regenfälle und Tauwetter in den Bergen lassen die Behörden für das Wochenende Hochwasser befürchten. In Speyer wurde im Bereich der Hafenstrasse bereits eine aus Aluminium-Paneelen bestehende mobile Hochwasserschutzwand errichtet. © Klaus Venus

Rhein-Neckar. Tauwetter und Regen haben im Südwesten zu Hochwasser und vereinzelt zu Überschwemmungen geführt. "Wir haben im Moment eine anhaltende Hochwassersituation in Baden-Württemberg, aktuell ist jedoch nicht mit dramatischen Auswirkungen zu rechnen", sagte Rüdiger Friese, Hydrologe der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg. Er rechne am Wochenende zwar vereinzelt mit überschwemmten Radwegen und Kreisstraßen, gehe jedoch nicht von schweren Schäden aus.

AdUnit urban-intext1

Der Neckar bei Heidelberg könnte im Laufe des Freitagabends oder in der Nacht auf Samstag seinen Scheitelpunkt bei rund 3,60 Meter erreichen, so der Sprecher der HVZ Baden-Württemberg auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Pegel lag am Freitagabend bei rund 3,20 Meter. Die meiste Zeite würde sich der Pegel am Wochenende allerdings unter dem Scheitelpunkt bewegen. Es würde sich eine Art Plateau bilden, sagte der Sprecher weiter, der gegen Samstagmittag langsam wieder sinken soll. In Flussnahen Bereichen sollten Personen aber weiter Vorsicht walten lassen.

In Mannheim sei eher am Sonntag oder auch erst Montag mit Überschwemmungen am Neckar zu rechnen. Dies sei auch durch den Rückstau vom Rhein beeinflusst. Am Oberrhein könnte der Scheitelpunkt in der Nacht von Sonntag auf Montag erreicht werden, sagte der Sprecher am Freitagabend. Flussnahe Bereiche sollen gemieden werden, Sicherungsmaßnahmen seien nötig, auch wenn das Wasser wahrscheinlich nur im Vorlandbereich bleiben würde.

In Marxau wird der Scheitelpunkt bereits für die Nacht auf Sonntag erwartet. 

AdUnit urban-intext2

Stadt Mannheim sperrt Zufahrtswege zu Rhein und Neckar

Die Stadt Mannheim hat vorsorglich die Zufahrtswege zum Rhein und zum Neckar gesperrt. Betroffen sind laut einer Mitteilung vom Freitag der Neckarradweg Höhe Seckenheim samt aller Zu- und Abgänge sowie mehrere Zuwege und Abfahrten zum Neckar - unter anderem Höhe Collini Center und Neckaruferbebauung beziehungsweise Neuostheim. Am Rhein werden mehrere Zuwegungen zum Aufeld beziehungsweise Waldpark - wie beispielsweise der Franzosenweg und das Stephanienufer - gesperrt.

AdUnit urban-intext3

Der für die Einstellung der Schifffahrt im Rheinabschnitt bei Karlsruhe relevante Wasserstand von 7,5 Meter am Pegel Maxau werde voraussichtlich in der Nacht von Freitag auf Samstag überschritten. Insbesondere muss im Südwesten an an Flüssen im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu mit Hochwasser gerechnet werden, aber auch in der Donau und im Neckar werde deutliches Hochwasser erwartet.

AdUnit urban-intext4

Stadt Heidelberg warnt Halter von geparkten Autos an der Alten Brücke

Die Stadt Heidelberg hatte bereits am Mittwoch die Halter von geparkten Autos an der Alten Brücke gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich zu entfernen.

Die B 37 unter der Alten Brücke in Heidelberg bleibt trotz Hochwasser voraussichtlich befahrbar. Die Sandsäcke im Bereich der Alten Brücke könnten bis zu einem Pegelstand von etwa 3,85 Metern eine Überflutung der Bundesstraße verhindern, so die Stadt Heidelberg am Freitag. Das Hochwasserbüro, das normalerweise ab einem Pegelstand von 2,90 Metern besetzt ist, muss aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. „Es ist dann auch für telefonische Rückfragen nicht erreichbar“, heißt es weiter in der Mitteilung der Stadt. Wer wissen wolle, ob die B 37 überflutet oder befahrbar ist, könne sich mit der Webcam an der Alten Brücke direkt informieren. Die Webcam ist erreichbar unter www.heidelberg.de/hochwasser.

Ludwigshafener Stadtpark und Rheinpromenade ab Samstag gesperrt

Die Stadt Ludwigshafen will den Stadtpark auf der Parkinsel sowie die Hannelore-Kohl-Promenade ab Samstag sperren. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, soll der Rheinpegel laut Prognosen am Wochenende in Ludwigshafen die Marke von 7,20 Meter überschreiten. Ebenfalls gesperrt sind in Rheingönheim der Geh- und Radweg vom Rehbachübergang bis zum "Weißen Häusel". Nach Angaben der Stadt weisen Schilder auf die jeweiligen Sperrungen hin.

Fährbetrieb zwischen Neckarhausen und Ladenburg eingestellt

Wegen Hochwassers ist auch der Fährbetrieb zwischen Neckarhausen und Ladenburg seit Freitag früh eingestellt. Das hat die Gemeinde Edingen-Neckarhausen mitgeteilt. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montag, 1. Februar, dauern. "Der Pegelstand im Neckar steigt", sagte die für die Fähre zuständige Stabsstellenleiterin Thea-Patricia Arras. Ob der Betrieb am Montag wieder aufgenommen werden könne, hänge von der weiteren Entwicklung ab.

Sandsäcke und Schutzwand in Altlußheim und Speyer

Seit Donnerstag ist der Bauhof der Gemeinde Altlußheim unterwegs und sperrt alle Wege zum Rhein und die Zugänge auf die Dämme. Die Feuerwehr hält Sandsäcke bereit und prüft in regelmäßigen Abständen die Dammbereiche. Die Bevölkerung wird darum gebeten, keinesfalls die Dämme zu betreten und die Absperrungen der Gemeinde zu beachten.

Auch auf der anderen Seite des Rheins - in Speyer - werden Vorkehrungen getroffen. Im Bereich der Hafenstraße, der neuen Bebauungen, die in den vergangenen Jahren am Rheinufer entstanden ist, wurde eine mobile Hochwasserschutzwand aufgebaut, die die Anwohner vor den Wassermassen schützen soll.

Schwerpunkt des Hochwassers im Süden - Einsatzlage hält sich "momentan noch in Grenzen"

Der Schwerpunkt des Hochwassers liege im Süden Baden-Württembergs. Vor allem betroffen seien der Neckar, die Donau, der Bodensee und der Oberrhein. Seit Donnerstagabend wurden einige Hochwassermeldewerte überschritten, auch im Norden des Landes, wie Friese sagte.

In den letzten 24 Stunden ist vor allem im Schwarzwald viel Regen gefallen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. In den höheren Lagen bis zu 60 Liter pro Quadratmeter.

"Wir haben zwar Hochwassereinsätze und vereinzelt überschwemmte Straßen, dennoch hält es sich momentan noch in Grenzen", sagte ein Polizeisprecher aus Freiburg. Unfälle wegen Überschwemmungen seien bislang ausgeblieben. Generell sei die Situation unter Kontrolle.

Warnung vor Sturmböen in der Metropolregion

Für die Meropolregion sprach der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Freitag eine Warnung vor Sturmböen aus. Diese gilt zwischen 7 und 15 Uhr und betrifft die Städte Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen sowie die Landkreise Rhein-Neckar, Bergstraße und Rhein-Pfalz. Für die Südhälfte von Baden-Württemberg sprach der DWD für den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag Tauwetter voraus. Für den Südwesten des Landes warnten die Meteorologen zudem vor orkanartigen Böen.

Mehr zum Thema

Umwelt Ab diesem Freitag haben Schiffe Zwangspause

Veröffentlicht
Von
Bernhard Zinke
Mehr erfahren

Link Alle Meldungen im Newsticker Rhein-Neckar

Mehr erfahren