AdUnit Billboard
Gute Erziehung - Zwei Trainerinnen erklären, wie man den geliebten Vierbeinern bessere Manieren beibringt

Wenn der Hund Menschen zur Begrüßung anspringt

Von 
Anika Reker
Lesedauer: 
Eigentlich ist das Hochspringen von Hunden eine freundliche Geste – denn Welpen suchen auch bei ihren Müttern immer die Nähe zur Schnauze. © Christin Klose/dpa

Potsdam/Köln. Wenn ein Welpe am Hosenbein hängt und sich unbeholfen nach oben zerrt, finden wir das noch süß. Sobald aus dem kleinen Fellknäuel jedoch ein ausgewachsener Hund geworden ist, der auch noch gerade im Ententümpel baden war, ist das schon unangenehmer. Doch warum springen Hunde Menschen überhaupt an?

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Laut der Kölner Hundetrainerin Susanne Endler kann es einerseits ein Zeichen für Unsicherheit sein, andererseits sei es häufig auch schlichtweg Pöbelei. In einigen Fällen sei die unerwünschte Angewohnheit auch selbstverschuldet durch die Halter: „Die Menschen halten die Belohnungshäppchen einfach zu hoch. Das Hochspringen ist dann vor allem bei kleinen Hunden vorprogrammiert“, erklärt Endler. Indem man gezielt nach unten, also unterhalb der Knielinie, füttert und belohnt, kann man dem entgegenwirken.

Auf dem Boden bleiben

Melanie Lippisch, Online-Hundetrainerin bei DogsTV, erklärt, dass gerade Welpen an ihren Menschen hochspringen, weil sie in Richtung Gesicht wollen. „Eigentlich ist das eine freundliche Geste, denn Welpen suchen auch bei ihren Müttern immer die Nähe zur Schnauze.“ ert der Hund das ab und wird es natürlich auch im Erwachsenenalter weiter machen“, sagt sie. Daher empfiehlt Lippisch, springenden Welpen immer direkt die Hand auf den Brustbereich zu legen und sie runter zu schieben. Sobald alle vier Pfoten auf dem Boden sind, soll man loben und streicheln.

Auch bei älteren Hunden stehen die Chancen gut, das unerwünschte Verhalten wieder abzutrainieren. „Hunde tun Dinge, von denen sie sich einen Nutzen versprechen“, erklärt Melanie Lippisch, „andersherum stellen sie ein Verhalten, das sich nicht lohnt, in der Regel irgendwann ein.“ Die Online-Hundetrainerin hat Tipps in petto.

„Erstens kann man versuchen, jedes Mal die Vorderpfoten festzuhalten.“ Hunde stehen nicht gerne auf den Hinterbeinen, erklärt Lippisch. Sobald der Hund versucht, seine Pfoten aus der Lage zu befreien, noch einige Sekunden warten und erst dann loslassen. Wichtig: dabei ruhig bleiben und nicht mit dem Hund zu sprechen.

Alternativ kann man zweitens die Hände wie ein Schutzschild auf Bauchhöhe halten und den Hund so abblocken. Bei dieser Übung ist es sehr wichtig, ruhig zu bleiben und den Hund nicht gewaltsam wegzuschubsen. Auch Susanne Endler hält die Fächerhandmethode vor allem für Hunde, die anspringen, um zu pöbeln und Grenzen auszutesten, für geeignet. „Die Handflächen nach unten sind eine optische Begrenzung mit der ich klar signalisiere: hier ist für dich Ende.“

Sobald alle vier Pfoten auf dem Boden sind, darf in ruhigem Ton gelobt und mit einem Futterstück belohnt werden. „Anspringen resultiert oft aus Aufregung. Wenn ich durch aufgeregtes Loben wieder Unruhe reinbringe, schieße ich mir ein Eigentor“, sagt Melanie Lippisch.

Die meisten Hunde, sagt sie, verstehen schnell und werden das unerwünschte Verhalten nach wenigen Tagen einstellen. „Es gibt aber auch penetrantere Hunde, zum Beispiel sture Terrierarten, die weitermachen und erstmal austesten, wer den längeren Atem hat.“

Als dritte Möglichkeit, die sich vor allem für kleinere Hunde eignet, empfiehlt Lippisch, beim Betreten der Wohnung, zwei, drei Futterstücke in den Raum zu werfen, um den Hund abzulenken. Wird nach dem Fressen weiter angesprungen, probiert man es mit den beiden ersten Methoden.

Zuhause lernen, draußen üben

Hat der Hund einmal begriffen, dass er beim Halter nichts mit seinem Verhalten erreicht, heißt das noch nicht, dass er das auch auf andere Menschen und Situationen überträgt. Lippisch rät daher dazu, sich Trainingspartner ins Boot zu holen. Freunde und Bekannte, die die Wohnung betreten, sollten den Hund zunächst ignorieren, wenn er mit Aufregung und Anspringen reagiert. Hunde, die bei Spaziergängen Passanten anspringen, kann man mit gezieltem Schleppleinentraining und einem sicheren Rückruf davon abhalten. dpa

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1