Ernährung

Spinat aufzuwärmen ist ungefährlich

Manche Mythen rund um Lebensmittel halten sich hartnäckig – Paprikaschoten enthalten mehr Vitamin C als Zitronen

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dpa
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Düsseldorf. Rund um die Ernährung gibt es viele Mythen – und auch viele Irrtümer. Verbraucherschützer räumen mit einigen gängigen Vorurteilen zu Grünzeug, H-Milch und Co. auf.

Spinat darf nicht aufgewärmt werden und dunkles Brot ist immer gesünder als helles? Manche Ernährungsmythen halten sich hartnäckig – und sind dennoch falsch. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin.

Spinat kann man aufwärmen, wenn er zuvor gut ausgekühlt ist. Öfter als einmal sollte man es aber besser nicht tun. © Christin Klose/dpa-tmn

Spinat kann beispielsweise sehr wohl aufgewärmt werden. Unter einer Voraussetzung: Er wurde zuvor direkt abgekühlt.

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Der Grund: Spinat enthält von Natur aus viel Nitrat. Das gilt als gesundheitlich unbedenklich, kann aber von Mikroorganismen in gesundheitsschädliches Nitrit umgewandelt werden. Um diese Stoffwechselprozesse nicht zu fördern, sollte der Spinat nicht zu lange warmgehalten und auch nur einmal neu aufgewärmt werden. Dann droht keine Gefahr.

Mythos: Dunkles Brot ist gesünder

Und auch der Mythos rund ums angebliche gesündere dunkle Brot hat seine Schwächen. Richtig ist zwar, dass Vollkornbrot gesünder ist als Brot aus Weißmehl, so die Verbraucherschützer aus NRW. Brote aus Weißmehl können allerdings auch durch solche Zutaten wie Malz oder Kerne und Samen dunkler wirken. Das gesündere Vollkornbrot erkennt man also nicht unbedingt an seiner Farbe, sondern an der Zutatenliste – und an seiner Bezeichnung.

Mythos: Hackfleisch in der Handelsverpackung einfrieren

Wer Hackfleisch direkt aus der Handelsverpackung in den Tiefkühler schieben möchte, könnte ebenfalls einem Ernährungsmythos aufgesessen sein. Denn: Durch die Schutzatmosphäre in der Handelsverpackung kann das Fleisch beim Einfrieren nicht nur ranzig werden. Auch unerwünschte Stoffe können vom Verpackungsmaterial ins Fleisch gelangen.

Besser: Das Fleisch vor dem Einfrieren auspacken und in ein gefriergeeignetes Gefäß oder in einen Gefrierbeutel packen. Länger als drei Monate sollte es aber auch darin nicht tiefgekühlt gelagert werden.

Mythos: Tiefkühlbeeren

Apropos tiefgekühlt: Gefroren eingekaufte Früchte können mit Krankheitserregern wie Salmonellen oder Noroviren verunreinigt sein. Anders als oft angenommen, sollte man sie deshalb nicht direkt aus dem Tiefkühler für Müsli oder Desserts verwenden, sondern vorher auf 90 Grad erhitzen. Das tötet potenzielle Erreger ab, so die Verbraucherzentrale NRW.

Mythos: Vitamin-C in Zitronen

Geht es um die Vitamine, die in Früchten vorhanden sind, gelten Zitrusfrüchte oft als die größten Vitamin-C-Lieferanten. Doch den Fakten entspricht das nicht. Laut den Verbraucherschützern enthält etwa eine Paprikaschote mit 140 Milligramm dreimal so viel Vitamin C wie eine Zitrone.

Übrigens: Auch in H-Milch stecken mehr Vitamine als manchmal angenommen. Das „H“ steht hier für „haltbar“. Dazu wurde die Milch zwar ultrahoch-erhitzt. Der Vitaminverlust ist im Vergleich zu Frischmilch dennoch gering, so die Verbraucherzentrale NRW. Der Calciumgehalt bleibt sogar unverändert. Am Mythos, dass H-Milch keine Vitamine enthält, ist also wenig dran. dpa

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