Gesundheit - Existenzsorgen, Kontaktverbote, Beschränkungen – die Pandemie und ihre Auswirkungen können die Psyche belasten Schwierige Wartezeit bis zur Therapie

Von 
Tom Nebe
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Eschweiler. In der Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Psychotherapien laut Branchenangaben stark zugenommen. Für Betroffene bedeutet das mitunter lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Das ist nicht neu, schon vor Corona waren die Praxen nach Angaben der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung ausgelastet. Durch die Pandemie ist die Lage noch angespannter geworden.

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Für Betroffene, die länger auf Unterstützung warten müssen, ist das eine belastende Situation. Und es ist schwierig, Ratschläge zu geben, die nicht bagatellisierend wirken. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Andreas Hagemann empfiehlt zumindest, den Blick möglichst auf sich selbst zu richten: „Das Weltgeschehen kann ich nicht verändern, aber das versuchen viele Menschen: Dinge zu ändern, die nicht zu ändern sind. Und was sie tun können, rühren sie nicht an.“

Es gebe Möglichkeiten, Stress zu reduzieren und sich Gutes zu tun, sagt Hagemann: „Kleinigkeiten wie Sport, Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannungstechniken – ich kann schauen, wie ich mit Freunden und Bekannten Kontakt halte auf virtuellem Weg oder zum Beispiel, indem man sich zu Spaziergängen verabredet.“

Ambulanzen für Notfälle

Allerdings stellt Hagemann auch klar: „Wem es wirklich schlecht geht, der kann zum Beispiel Notfallambulanzen in Anspruch nehmen.“ Online-Therapien könnten zumindest stützend wirken, aber sie ersetzten keine stationäre oder ambulante Therapie, sagt der Ärztliche Direktor der auf Psychosomatik spezialisierten Röher Parkklinik in Eschweiler.

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Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) zeigte exemplarisch die aktuelle Auslastung der psychotherapeutischen Praxen im Land. Demnach ist die Menge der durchschnittlichen wöchentlichen Patientenanfragen im Januar 2021 im Vergleich zum Januar 2020 um rund 40 Prozent gestiegen, von 4,9 auf 6,9.

Die Hälfte der Menschen, die aktuell in den Praxen anfragt, muss mehr als einen Monat auf ein Erstgespräch warten, ergab die Umfrage. Bis zur Therapie gibt es oft erneut Wartezeiten. Auf einen Behandlungsplatz müssen laut Umfrage aktuell rund 38 Prozent der Patienten länger als ein halbes Jahr warten. Auch für die Therapeutinnen und Therapeuten sei die Situation bedrückend.

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Eine Möglichkeit, einen Therapeuten zu finden, ist es, Praxen im Umkreis anzurufen und nach freien Kapazitäten zu fragen. Bei der Suche können die Psychotherapiesuche des Psychotherapie-Informationsdienstes (PID), die Psychotherapeutenkammern der Bundesländer oder die Arztsuchen der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer helfen. Oder man lässt sich über die Terminservicestellen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116 117) einen Termin vermitteln – dort werden Erstgespräche vermittelt. tmn

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