Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem externen Autor Hans Leiser

Schuppenflechte: Dranbleiben lohnt sich

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Trotz hohen Leidensdrucks brechen viele Schuppenflechte-Patienten eine begonnene Therapie ab. Laut einer Studie der US-Organisation National Psoriasis Foundation lassen bis zu 30 Prozent aller Betroffenen ihre Psoriasis nicht oder nicht mehr behandeln. Als häufigste Gründe für den Therapieabbruch bei Schuppenflechte werden Nebenwirkungen und zu hohe Kosten genannt.

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Dass unerwünschte Nebenwirkungen häufig der Grund sind, eine innerliche (systemische) Therapie mit konventionellen Mitteln abzubrechen, kann der Karlsruher Dermatologe Dr. Dirk Meyer-Rogge bestätigen: „Wegen Übelkeit bei der Einnahme von Methotrexat beenden viele Patienten diese Behandlung. Auch das ,Flush‘-Syndrom, also das plötzliche Erröten mit Hitze im Gesicht nach der Gabe von Fumarsäure, ist eine Reaktion, die sich mancher beruflich – zum Beispiel in einer Führungsposition – nicht erlauben kann und deshalb mit der Therapie aufhört.“

Hochwirksame Langzeittherapien

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Erfreulicherweise hat die medizinische Forschung in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Obwohl Schuppenflechte ursächlich nicht heilbar ist, können ihre Symptome in der Regel effektiv gelindert, immer häufiger sogar komplett unterdrückt werden. Insbesondere moderne Biologika haben sich als wirksame Behandlung für Patienten mit mittelschweren bis schweren Psoriasis-Formen bewiesen. „Zahlreiche sehr gut wirksame Biologika aus der Gruppe der TNF-alpha-, Interleukin-17- und Interleukin-23-Inhibitoren blockieren erfolgreich den Entzündungsprozess an verschiedenen Stellen. Das Hautbild verbessert sich um 90 Prozent“, erläutert Dr. Meyer-Rogge und fügt hinzu: „Die Psoriasis ist so gut wie nicht mehr sichtbar. Die Patienten sind beschwerdefrei.“

Genau diese Beschwerdefreiheit ist dann der Grund für viele Patienten, die Behandlung zu beenden. Mit ebenso fatalen wie vorhersehbaren Folgen. „Wie bei allen anderen Therapien kehren dann die Symptome an der Haut zurück und dadurch oft auch die damit verbundenen psychischen Belastungen. Spätestens diese Erkenntnis ist für viele Patienten ein großer Anreiz, die Therapie wieder fortzusetzen“, weiß Dr. Meyer-Rogge. Denn Schuppenflechte ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Einmal ausgebrochen, bleibt die entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung meist ein Leben lang. Nur selten verschwindet sie von allein wieder dauerhaft.

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Begleiterkrankungen mit behandeln

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Doch damit nicht genug: Die silbrigen Schuppen auf den entzündlich-roten Flecken an Körperbereichen wie Ellbogen, Handrücken oder Kopfhaut sind sichtbare Symptome einer Systemerkrankung, die auch andere Organe und die Gelenke betreffen kann. Jeder dritte Schuppenflechte-Patient entwickelt eine Psoriasis-Arthritis mit schmerzenden Gelenken, außerdem geht die Krankheit häufig mit Begleiterkrankungen wie Gefäßveränderungen, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas und Depressionen einher. In Deutschland leben rund zwei Millionen Menschen mit Schuppenflechte. Damit zählt Psoriasis zu den häufigsten chronischen Erkrankungen der Haut. Die gute Nachricht: Mit einer konsequenten und dauerhaften Therapie lässt sich nicht nur die Schuppenflechte kontrollieren – auch deren Begleiterkrankungen können auf diese Weise rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Dranbleiben lohnt sich

Zahlreiche Betroffene verzichten aufgrund des Zeitfaktors auf eine Behandlung oder brechen diese ab. Insbesondere Kombi-Therapien wie die Balneophototherapie nehmen mit einem zwanzigminütigen Bad und anschließender UV-Bestrahlung viel Zeit in Anspruch. „Die zeitintensive Balneophototherapie wird häufig von Patienten abgebrochen, weil sie nicht mit dem Beruf vereinbart werden kann. Oder aufgrund von langen Anfahrtswegen“, berichtet Dr. Meyer-Rogge. Es gibt zudem Betroffene, die aufgrund einer Verdrängungshaltung gar keine Therapie beginnen. Insbesondere viele Jugendliche, bei denen sich in der Pubertät erstmals Symptome zeigen, verstecken ihre betroffene Haut lieber unter langer Kleidung. Oder meiden Situationen, in denen die erkrankte Haut zu sehen ist, beispielsweise in Schwimmbädern oder Umkleidekabinen von Fitnessstudios.

Dabei kann eine konsequent durchgeführte, dauerhafte Therapie die Lebensqualität von Schuppenflechte-Patienten erhöhen und Folgekrankheiten wie Depressionen gleich im Keim ersticken. Wenn eine Behandlung gut anschlägt und ebenso vertragen wird, sollte sie also auf jeden Fall beibehalten werden.