Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem externen Autor Peter Stein.

Gezielte Hilfe im Kampf gegen Lichtsmog

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Lichtverschmutzung stellt für die Gesundheit und die Schlafqualität eine echte Belastung dar. © pixel2013 CCO Public Domain

Lichtverschmutzung oder Lichtsmog – also das anhaltende Fehlen völliger Dunkelheit aufgrund von Kunstlicht – ist eine Belastung für Mensch und Umwelt. Deswegen sollte mit Strategien wie beispielsweise einer angepassten Lichtintensität oder einer Fensterverdunklung gegengesteuert werden. So bleibt die eigene Gesundheit trotz intensiven Lichts erhalten.

Die Lichtintensität reduzieren 

Der menschliche Organismus hat einen natürlichen Biorhythmus, der durch Kunstlicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Daher ist es wichtig, nur dort künstliche Leuchtquellen zu nutzen, wo dies unbedingt erforderlich ist. In diesem Zusammenhang ist zu klären, welche Lichtintensität beziehungsweise Helligkeit die Nutzer bei unterschiedlichen Aufgaben und in jeweils anderen Umfeldern brauchen. Hierbei ist zwischen der Helligkeit (gemessen in Lux) und der Lichtwärme (gemessen in Kelvin) zu unterscheiden. Nachts sollte die Lichthelligkeit von Laternen und anderen Lampen weniger als 1 Lux betragen. Zudem ist ein warmes, gelbes Lichtspektrum von 2.200-3.000 Kelvin optimal.

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Veröffentlicht
Von
Stephen Wolf
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Im Innen- und Außenbereich werden in verschiedenen Situationen jeweils andere Helligkeiten benötigt. In einer Leseecke ist beispielsweise mehr künstliches Licht angeraten als in einem Fernsehzimmer. Wer sich gerne auf der Terrasse aufhält, sollte mit Rücksicht auf Insekten und andere Tiere Leuchtmittel nur sparsam einsetzen. Tiere sind wie der Mensch evolutionär an einen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt und werden durch Lichtverschmutzung stark beeinträchtigt. Das gilt beispielsweise für nachtaktive Vögel, deren Orientierungssinn durch helle LichtLichtsmog stark beeinträchtigt wird. Aber auch vViele Insekten wiederum orientieren sich bei der Futter- und Partnersuche am Licht des MondesMondlicht. Hierfür benötigen sie eine Helligkeit von maximal 0,4 Lux, weswegen Kunstlicht für sie viel zu hell und oftmals sogar tödlich ist. .

 

Eine Fensterverdunkelung nutzen

Eine hochwertige Fensterverdunklung hilft dabei, Lichteinträge in denie eigenen vier Wänden zu verringern. Ein Vorhang oder Plissees sind hierbei eine hervorragende Lösung. Diese verhindern, dass künstliches LichtKunstlicht von Laternen oder Schaufenstern durch ein das Fenster eindringt und den Nachtschlaf oder die Ruhe der Bewohner stört. Tagsüber kann die Fensterverdunkelung zur Seite geschoben oder hochgezogen werden, damit natürliches Licht Sonnenlicht in ein das Zimmer dringt.

Insbesondere abdunkelnde Plissees erfreuen sich bei Anwendern großer Beliebtheit. Mit diesen kann die Lichtmenge, die in ein Zimmer dringt, ideal gesteuert werden. Es gibt Plissees mit Verdunkelungsfunktion in unterschiedlichen Ausführungen und Varianten. Einige sind komplett abdunkelnd, andere Modelle mit Dim-Out-Version sind noch bis zu 10 Prozent in geringem Umfang lichtdurchlässig. Verfügbar sind sie ein- und mehrfarbig oder auch mit Muster. Somit können Plissees perfekt auf die Fenster, die ästhetischen Vorlieben der Nutzer und auf das Wohnkonzept einzelner Räume angepasst werden.

Helligkeit und Lichtwärme messen

Die permanente Anwesenheit von Leuchtquellen wirkt sich negativ auf die Gesundheit eines Menschen aus. Sie führt beispielsweise zu intensives Lichtbeispielsweise dazu, dass man nachts nur schlecht schlafen kann. Es kann sinnvoll sein, die Helligkeit Lichtintensität einer Straßenlaterne oder einer anderen Lampe vor dem Schlafzimmerfenster zu messen. Ist es zu hell, sollte mit Maßnahmen wie einer Fensterverdunkelung gegengesteuert werden.

Daneben Es gibtgibt es verschiedene Smartphone-Apps, mit denen die Lichthelligkeit und Farbwärme einer Lampe bestimmt werden kann. Hier muss allerdings großer Wert auf Qualität gelegt werden. Leider liefern zu viele Apps nicht die verlässlichen Daten, die für einen gezielten Umgang mit Lichtsmog nötig wären. Deswegen ist der Einsatz externer Geräte zur Lichtmessung empfehlenswerter. Diese arbeiten äußerst genau und liefern verlässliche Datensätze, die Nutzer für ihre Entscheidungen heranziehen können.

 

Blaulicht vor dem Einschlafen vermeiden

Bei einsetzender Dunkelheit produziert der Körper das Schlafhormon Melatonin. Dieses muss in ausreichender Konzentration vorhanden sein, damit man leicht zur Ruhe findet und durchschlafen kann. Vor allem von technischen Geräten ausgesendetes Blaulicht hemmt allerdings die Bildung von Melatonin. Die Folge ist, dass man erst später müde wird oder nicht so recht in den Schlaf findeteinschlafen kann.

Abends sollten insbesondere Lichtquellen, die Blaulicht aussenden, vermieden werden. Hierzu gehören Smartphones, Tablets und Laptops. Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte nach Möglichkeit auf die Nutzung solcher Technologien verzichtet werden. Alternativ ist es möglich, Einstellungen an den Geräten vorzunehmen. So können unter anderem eine andere Lichtfarbe und -intensität gewählt werden, die der Bildung von Melatonin nicht zuwiderlaufen.

 

Die Platzierung der Leuchtkörper

Genauso spielt der Standort der Leuchtkörper eine bedeutende Rolle. Diese sollten so angebracht sein, dass sie vorgesehene Bereiche punktuell ausleuchten, andere aber nicht erreichen. Beispielsweise ist es empfehlenswert, dass die Schreibtischlampe lediglich den Arbeitsbereich ausleuchtet, aber nicht noch bis zur Couch oder der Leseecke ausstrahlt. Zu beachten ist die Ausrichtung der LeuchtkörperDies kann durch die Position der Beleuchtungselemente entsprechend justiert werden. Üblicherweise leuchten diese von oben nach unten und strahlen Flächen in einem bestimmten Winkel an. Bei der Montage von Beleuchtungen sollte darauf geachtet werden, dass die Ausrichtung stimmt und sie nur dorthin leuchten, wo sie gebraucht werden.

Mit Abschirmungen arbeiten

Auch im Außenbereich ist es nicht nur die künstliche Beleuchtung selbst, die für Mensch und Umwelt schädlich wird, sondern die Art und Weise, wie es ausgestrahlt wirdebenso der Radius der Lichtstrahlen. Deswegen ist es eine gute Idee, Lampen auf der Auf der Terrasse und im Garten streut das Licht weniger auffällig, wenn die Lampen niedrig anzubringenangebracht werden. Hierdurch erreichen Anwender eine möglichst geringe Abstrahlung, sodass nur stark begrenzte Gebiete erhellt werdennicht gleich der gesamte Gartenbereich frontal erhellt wird. Spezielle Abschirmungen sind eine zusätzliche Unterstützung, damit nur diejenigen Bereiche mit Licht versorgt werden, bei denen das gewünscht ist.

Des Weiteren ist es eine gute IdeeOption, mit Zeitschaltuhren und Bewegungssensoren zu arbeiten. So wird verhindert, dass Licht unnötig scheint, obwohl es nicht gebraucht wird. Das ist nicht nur im Kampf gegen Lichtverschmutzung sinnvoll, sondern spart zusätzlich eine Menge Energie. Zum Schutz von Insekten sollten zudem abgeschlossene Lampensysteme zum Einsatz kommen. In diese können die Tiere nicht eindringen. Ebenso ist es empfehlenswert, eine Beleuchtung zu verwenden, deren Oberfläche sich kaum bis gar nicht erhitzt, wie das bei LED-Leuchtsystemen der Fall ist. Dnicht heißer als maximal 60°C wird. Das stellt vor allem einen Schutz für Insekten dar. Zum Schutz von Insekten solltenWeitere Schutzmöglichkeiten sind zudem abgeschlossene Lampensysteme, in die zum Einsatz kommen. In diese können die Tiere gar nicht erst eindringen können und in unmittelbaren Kontakt mit heißen Leuchtmitteln kommen.