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Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem externen Autor Dennis Seeger.

Der Selbstständigkeits-Guide: Was Gründer beachten sollten

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Wer sich gerne selbstständig machen möchte, sollte vorher einige Aspekte beachten. © JESHOOTS.com / Unsplash.com

Die eigene berufliche Selbstständigkeit ist für viele Menschen ein Traum. Die einen möchten es als Solo-Selbstständiger probieren, die anderen ein kleines oder auch größeres Unternehmen gründen. Aber wer den Schritt wagt, der sollte vorher wissen, was es zu beachten gibt. Welche Rechtsformen gibt es, was bedeuten sie und wie sieht es eigentlich mit der Finanzierung aus? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

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Rechtsform festlegen

Ein Solo-Selbstständiger ist, wenn er keine andere Form wählt oder zu den Freiberuflern zählt, automatisch ein Einzelunternehmen. Diese Variante wählen die meisten, denn sie ist besonders einfach, hat aber durchaus seine Nachteile. So haftet der Selbstständige voll und ganz für sein Unternehmen. Anders sieht es bei den weiteren Rechtsformen für Unternehmen aus:

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  • GbR – die Gesellschaft bürgerlichen Rechts wird meist bei Zusammenschlüssen mehrerer Freiberufler gewählt. Praxis- oder Kanzleigemeinschaften fallen häufig unter die GbR. Die Haftung wird auf alle Gesellschafter aufgeteilt, dass heißt, alle haften gemeinsam und ebenfalls mit ihrem Privatvermögen.
  • GmbH – sie gibt es in der normalen Variante, aber auch in einer Einpersonen-Variante. Da die Gründungsvoraussetzungen bei der zweiten Varianten niedriger sind und auch das Gesellschaftsvermögen geringer ist, entfallen größtenteils die Haftungsvorzüge, die es bei einer normalen GmbH gibt. Sie kann hingegen nur mit einem gewissen Gesellschaftskapital gegründet werden, welches notfalls auch in Haftungsfragen herangezogen wird. Der Selbstständige hingegen haftet nicht mehr mit seinem Privatvermögen.
  • Kapitalgesellschaften – diesbezüglich gibt es mehrere Varianten. Die rechtlichen Vorgaben sind strikt, dafür bleibt die Haftung mit dem Privatvermögen wieder außen vor.

Letztendlich kann ein Gründer nur für sich und mit Hilfe fachlicher Beratung die korrekte Rechtsform für sich herausfinden. Zudem ist es wenig sinnvoll, sich mit Partnern nur zu dem Zweck zusammenzuschließen, eine GbR zu gründen. Eine GbR muss stets ein gemeinsames Ziel haben und zusammen den Boden bestellen. Kurzum: Ein Allgemeinarzt schließt sich nicht mit einem Rechtsanwalt und einem Steuerberater zusammen und gründet eine GbR. Ebenso wenig wird der Rechtsanwalt eine GbR mit einem Zahnarzt gründen.

Geschäftskonzept aufstellen

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Der nächste wichtige Aspekt ist die Aufstellung eines Geschäftkonzepts. Es genügt nicht, wenn der Gründer ungefähr weiß, was er machen möchte. Er muss seine Idee mit Inhalten füllen und dabei auf Folgendes achten:

  • Einjahresplan – wo soll das eigene Geschäft in einem Jahr sein? Diese Planung wird noch in die vier Quartale unterteilt und schon einmal mit Notizen versehen.
  • Drei- und Fünfjahresplan – das Konzept wird nun auf drei und fünf Jahre ausgeweitet. Wieder stellt sich die Frage, wo der Betrieb in beispielsweise drei Jahren sein soll, welche Zwischenschritte es zu bewältigen gilt und welche Ziele aufgestellt werden.
  • Umsetzung – was wird für die Umsetzung benötigt? Im Fall des Einjahresplans geht es meist zuerst um sehr schlichte Mittel, die zur Arbeit gehören: Wer produzieren möchte, benötigt Maschinen.
  • Wie? - wie werden die einzelnen Ziele erreicht? Das erste Jahr steht im Fokus, aber auch die weiteren Jahre dürfen nicht vernachlässigt werden. Natürlich werden Pläne mit der Zeit angepasst, gerade, wenn die Zielvorgaben früher erreicht werden.

Aus diesen Notizen lässt sich nun ein guter Businessplan erstellen, der sowohl die Möglichkeiten, als auch die finanziellen Bedürfnisse hervorhebt. Um einen Finanzpartner zu finden, sind Businesspläne fast immer notwendig.

Finanzierung auf die Beine stellen

Den wenigsten Gründern ist ausreichend Kapital in die Wiege gelegt worden, um auch ein größeres Geschäft rein aus eigenen Mitteln aufzubauen. Die meisten benötigen finanzielle Partner, wobei dies nicht selten familiäre Unterstützungen sind, sofern dies möglich ist. Abseits davon gibt es mehrere Optionen:

  • Kredite – ein Geschäftskredit wird sehr häufig genutzt. Wichtig ist zu wissen, dass Geschäftskredite durchaus mit Fördermitteln kombiniert werden können. Gerade für Gründer gibt es über die KfW-Bank interessante Angebote.
  • Förderungen – abseits der oben genannten Fördermittel gibt es in vielen Regionen weitere Starthilfen für Gründer. Mitunter werden sie von Investorenzusammenschlüssen geführt.
  • Investor – es ist natürlich auch möglich, für die Finanzierung einen gewissen Teil der Geschäftsanteile abzugeben und somit einen Investor mit ins Boot zu holen. Diesbezüglich warten zwei Varianten. Bei der ersten Variante gibt der Investor zwar Geld und erhält Anteile, doch greift er nicht großartig ins Geschäft ein. Bei der anderen Variante ist der Investor oft sehr involviert, was positiv sein kann, sofern er selbst Beziehungen hat oder zugleich als Mentor auftreten kann.

Eigene Absicherung nicht vergessen

In der Praxis zeigt es sich, dass viele Gründer so sehr mit der geschäftlichen Seite ihres Lebens beschäftigt sind, dass sie die wichtigste Person in dem ganzen Unterfangen vergessen: Sich selbst.

Denn ein Selbstständiger muss an sich denken, andere machen es nicht. Das heißt, dass sich Gründer insbesondere um die eigene Absicherung kümmern müssen. Ist keine verpflichtende Mitgliedschaft in Kammern oder Kassen notwendig, so muss jetzt schon an später gedacht werden.

Auch Krankenhaus-Tagegeldversicherungen, die dem Selbstständigen ein Einkommen während einer Krankheit garantieren, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen müssen vom Selbstständigen eigenständig gewählt werden. Bei der Krankenversicherung gilt, genau auszurechnen, ob sich die PKV lohnt. Anfangs ist sie oft günstig, doch steigen die Kosten mit dem Alter massiv an.

Auch die Finanzierung des eigenen Vorhabens sollte gesichert sein. © Ibrahim Boran / Unsplash.com

Fazit – Planung ist der Weg zum Ziel

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist wunderbar schrecklich und aufregend. Die eigenen Ideen und Projekte sprießen förmlich mit jedem Atemzug und kaum ein Gründer kann sich zusammenreißen und nicht rund um die Uhr werkeln. Allerdings ist es wichtig, sich in Ruhe hinzusetzen und die Schritte ordentlich zu planen. So langweilig, wie die Entwicklung eines Konzepts oder eines Businessplans auch klingen mag, sie wichtig sind diese Schritte. Finanzierungen lassen sich kaum erreichen, wenn dem Gegenüber nur eine Idee oder Ziele und Fakten erklärt werden. Und zuletzt muss sich der Selbstständige als die Person sehen, die er ist: Er ist die wichtigste Person in dem ganzen Unterfangen. Daher ist eine Absicherung unbedingt notwendig und absolut unverzichtbar. Krankenversicherungen sind ohnehin verpflichtend, aber die Zusatzversicherungen sollten auch nicht vergessen werden.

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