Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Sarah Jung

CBD-Blüten – was steckt hinter dem neuen Trend?

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Abbildung 1: Cannabidiol ist ein Wirkstoff der Hanfpflanze, der sich in allen Teilen der Pflanze wiederfindet, auch in den Stängeln und Blättern. In den Blüten ist die Konzentration besonders hoch. © Pixabay © erin_hinterland (CC0 Public Domain)

Im Handel gibt es mittlerweile viele verschiedene Produkte mit Cannabidiol, abgekürzt CBD. Für die Herstellung von CBD-Öl lassen sich alle Pflanzenteile verwenden, also auch die Stiele und Blätter. Es hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile, die sich mittlerweile viele Menschen zunutze machen. Dabei hat sich ein neuer Trend entwickelt: CBD aus Hanfblüten. Die getrockneten, grünen Blüten erleben derzeit einen wahren Boom. Was steckt hinter dem neuen Trend? Sind CBD-Blüten legal? Welche Vor- und Nachteile haben sie?

Was sind CBD-Blüten

Abbildung 2: CBD-Blüten sind optisch nicht von Cannabisblüten zu unterscheiden. Erst ein Laboranalyse kann hier Gewissheit bringen. © Pixabay © seaweedjeezus (CC0 Public Domain)

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Veröffentlicht
Von
Daniela Hoffmann
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Im Vergleich zum Rest des Pflanzenmaterials enthalten die Blüten der Hanfpflanze besonders viel von dem Wirkstoff Cannabidiol. In Geruch und Aussehen sind sie herkömmlichen Cannabisblüten sehr ähnlich, haben jedoch keine berauschende Wirkung.

Je nach Terpengehalt der Pflanze variiert der Geruch und ist intensiv und erdig. Die Knospe hat an der Oberfläche eine haarähnliche Struktur, die Trichome, die eine Schutzschicht aus Harz bilden.

Eine besondere Blüte ist dabei Lemon Haze CBD. Diese besonders starke CBD-Sorte hat ein intensives Aroma. Die Sorte ist eher klein und hat einen CBD-Gehalt von etwa sechs Prozent. Der THC-Gehalt liegt mit 0,2 Prozent unter dem im Betäubungsmittelgesetz festgelegten Grenzwert, sodass Lemon-Haze-CBD-Blüten ganz legal verkauft werden dürfen. Die Blüte riechen Sanft nach Zitrone. Indoor kultivierte Pflanzen haben den Vorteil, dass keine Pestizide für den Anbau notwendig sind. Lemon Haze CBD ist eine besonders fruchtige und süße Sorte. Die besonders aromatischen Blüten wirken entspannend. Da es im körpereigenen Endocannabinoid-System an bestimmten Rezeptoren andocken kann, wirkt es im zentralen Nervensystem. Wie stark die Wirkung bei jedem Einzelnen ist, hängt sehr davon ab, wie gut die körpereigenen Botenstoffe, wie beispielsweise Serotonin, Adrenalin oder Dopamin, zusammenwirken. Im Allgemeinen wirkt CBD als Gegenspieler zu den Stresshormonen Cortisol und Adrenalin und gleicht einen erhöhten Stresspegel aus.

Welche Vor- und Nachteile haben CBD-Blüten?

Durch den hohen Gehalt an CBD sind die Herstellungskosten vergleichsweise gering. Die Blüten gibt es unverarbeitet zu kaufen. Sie entfalten ihre Wirkung sofort, wenn die Anwender den Wirkstoff inhalieren. Allerdings ist mit den Blüten eine exakte Dosierung des CBD nicht möglich. Sie enthalten immer einen geringen Anteil an THC und sind relativ teuer. Die Haltbarkeit ist sehr gering und es besteht große Verwechslungsgefahr mit Cannabisblüten, die THC enthalten und genauso aussehen.

Was unterscheidet CBD-Blüten vom CBD-Öl?

Der wichtigste Unterschied liegt darin, dass bei anderen CBD-Produkten, wie CBD-Öl, CBD-Spray oder CBD-Cremes der Cannabidiol-Gehalt genau angegeben ist. Die Blüten liegen in natürlicher Form vor, sodass sich nicht genau sagen lässt, wie viel der Anwender gerade konsumiert hat.

Bei CBD-Ölen ist genau bekannt, welche anderen Pflanzenstoffe noch enthalten sind. In einem Vollspektrum-Öl sind beispielsweise alle Wirkstoffe aus der gesamten Pflanze enthalten, während ein CBD-Isolat seinen Fokus auf dem CBD hat. In den Ölen liegt das Cannabidiol meist viel konzentrierter vor.

Die Extraktionsverfahren bei der Herstellung von CBD-Öl sind sehr aufwendig. Ein reines Produkt entsteht mithilfe aufwendiger und umfangreicher Analysen. Bei CBD-Blüten entstehen die Anbaukosten, mehr nicht.

CBD-Blüten halten sich bei sachgemäßer Lagerung sechs Monate bis ein Jahr. Sie sind schimmelanfällig und mit der Zeit sinkt der Cannabinoid-Gehalt. Es ist wichtig, die Blüten vor Feuchtigkeit, UV-Licht, zu hohen Temperaturen und Luft zu schützen. Ein ungeöffnetes Fläschchen CBD-Öl hält sich bis zu zwei Jahren bei kühler Lagerung an einem lichtgeschützten Platz.

Die Einnahme von CBD-Öl ist sehr einfach und diskret. Die Anwender können sich einfach die gewünschte Menge in den Mund träufeln oder einem Getränk beimischen. Die CBD-Blüten rauchen oder verdampfen die Anwender meistens. Dafür ist beispielsweise ein Vaporizer oder eine andere Gerätschaft notwendig. Sie lassen sich auch als Tee genießen oder in anderen Lebensmitteln verarbeiten.

Den stärksten Effekt entfalten die CBD-Blüten beim Inhalieren. Die Wirkungsdauer beträgt zwischen zwei und vier Stunden. Über die Lunge gelangen die Wirkstoffe sehr schnell in den Blutkreislauf, weil sie den Umweg über den Verdauungstrakt nicht gehen müssen. Bei CBD-Öl tritt die Wirkung etwas verzögert ein. Insbesondere Kapseln brauchen länger, bis die Wirkung eintritt. Dafür hält der Effekt beim Öl länger an.

Ist es legal, CBD-Blüten zu kaufen und zu konsumieren?

Grundsätzlich sind CBD-Blüten legal, allerdings müssen sie die gesetzlichen Bestimmungen einhalten, insbesondere in Bezug auf den THC-Gehalt. Er darf die erlaubte Nachweisgrenze nicht übersteigen. Die Nachweisgrenzen sind nicht in allen Ländern gleich.

Da CBD-Blüten Cannabis-Blüten sehr ähnlich sehen, kann es bei Polizeikontrollen leicht zu Problemen kommen. Ob es sich tatsächlich um CBD-Blüten oder um Cannabisblüten handeln, muss dann eine Laboranalyse klären.

Können CBD-Blüten Nebenwirkungen verursachen?

Sowohl bei CBD-Ölen als auch bei den CBD-Blüten sind kaum Nebenwirkungen bekannt. Forschungen zufolge kommt es gelegentlich zu Müdigkeit, Appetitveränderungen und Durchfall. Das ist oft bei einer zu hohen Dosierung zu beobachten. Schwangere und stillende Frauen, Menschen mit zu niedrigem Blutdruck oder Glaukom sollten kein CBD konsumieren.

Fazit

Insgesamt betrachtet haben CBD-Blüten und CBD-Öle ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Sicherlich sind aromatische Lemon-Haze-CBD-Blüten alleine schon vom Geruch her eine sinnliche Erfahrung. Dabei kann das meist relativ geruchlose Öl nicht mithalten.

Abbildung 3: Eine Möglichkeit, CBD-Blüten zu konsumieren ist das Verdampfen in einem Vaporizer. © Pixabay © elsaolofsson (CC0 Public Domain)