Haustiere - Schäden sind schnell passiert – deswegen sollten sich Halterinnen und Halter bei einem neuen Vierbeiner um die Versicherung kümmern

Auch Hunde brauchen eine gute Haftpflicht

Von 
Henriette Neubert
Lesedauer: 
Viele Menschen haben sich in der Corona-Zeit Hunde angeschafft – die Neu-Besitzerinnen und -Besitzer sollten auch an Versicherungsschutz denken. © dpa

Berlin. Die Corona-Pandemie hat dem Haustiermarkt einen ungeahnten Boom beschert. Allein die Zahl der Neuanmeldungen von Hunden beim Haustierzentralregister Tasso ist im Jahr 2020 um ein Viertel gestiegen. Eine Million Tiere mehr als 2019 sollen in unseren Haushalten leben. So schön die Gesellschaft eines Vierbeiners ist: Frischgebackene Hundehalter sollten sich um eine Hundehaftpflichtversicherung kümmern. Denn Schäden sind schnell passiert. In vielen Bundesländern ist die Haftpflicht für den Hund sogar vorgeschrieben – oft nur für als gefährlich eingestufte Tiere, in einigen Bundesländern sogar für jeden Hund.

AdUnit urban-intext1

Die gute Nachricht: So eine Versicherung gibt es bereits für wenig Geld. Dackel oder Dalmatiner lassen sich schon für etwa 30 Euro im Jahr versichern, Schäferhund oder Labrador für um die 40 Euro.

Vergleichsportale

Über ein Vergleichsportal ist schnell ein Tarif gefunden, der alle wichtigen Leistungen enthält.

Im Februar hat Finanztip entsprechende Portale untersucht. Dabei zeigte der Rechner von Verivox am häufigsten den besten Preis an – und bot Möglichkeiten, Tarife zu filtern.

Auch Plattformen wie Mr-Money und finanzen.de sind demnach empfehlenswert.

Besitzer von sogenannten Kampfhunden sind bei finanzen.de nicht ganz so gut aufgehoben: Für solche Rassen zeigte das Portal nur sehr teure Tarife an. zrb

Wem niedrige Beiträge wichtig sind, der oder die sollte nicht bei der Versicherungssumme sparen, sondern lieber eine Selbstbeteiligung vereinbaren. So lassen sich mit einem Eigenanteil von 150 Euro im Schnitt bis zu 25 Prozent sparen, hat der Geld-Ratgeber Finanztip festgestellt. Kleinere Schäden sollten Halter ohnehin selber zahlen. Denn die Versicherung kann nach jedem regulierten Schaden kündigen.

Der richtige Versicherungsschutz muss ausreichend hoch sein. In Berlin und Hamburg muss die Versicherungssumme mindestes eine Million Euro betragen, in Niedersachsen gelten Mindestwerte für Personen- und Sachschäden. Im schlimmsten Fall können Schäden aber auch viel höher ausfallen – wenn beispielsweise eine durch den Hund verletzte Person eine dauerhafte Beeinträchtigung davonträgt und nicht mehr arbeiten kann. Daher sollte die Versicherungssumme insgesamt mindestens fünf Millionen Euro betragen und Personen-, Sach- sowie Vermögensschäden bis mindestens 50 000 Euro abdecken.

AdUnit urban-intext2

Zerkratzte Zimmertüren

Wer zur Miete wohnt, sollte auch Schäden an der Mietwohnung versichern. Dann zahlt die Haftpflicht auch, wenn der Hund die Zimmertür zerkratzt. Der Schutz gilt ebenso in Hotels und Ferienwohnungen. Ein Vorteil für Verbraucher: Der höhere Schutz kostet kaum mehr, ist im Schadensfall aber besser.

Irgendwann wird Reisen wieder uneingeschränkt möglich sein, und dann wollen sicher einige Neuhundebesitzer ihren Begleiter mit ins Ausland nehmen. Deswegen sollte der auch außerhalb Deutschlands versichert sein. Wer innerhalb der Europäischen Union unterwegs ist, muss nichts weiter beachten, die Tarife gelten in der Regel wie zu Hause. Ist ein längerer Auslandsaufenthalt außerhalb der EU geplant, ist zu prüfen, wie lange der Versicherungsschutz besteht. Denn das ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich.

AdUnit urban-intext3

Um im Ernstfall wirklich geschützt zu sein, ist es bei Vertragsabschluss wichtig, die richtige Rasse anzugeben. Sonst kann sich die Versicherung schlimmstenfalls weigern zu zahlen. Wer einen Mischling hat, gibt die beiden (Haupt-)Rassen an. Wer einen unkastrierten Rüden hat, sollte auch Deckungsschäden absichern. Denn wenn das Tier eine Rassehündin schwängert, fällt diese dem Züchter aus, um reinrassige Welpen zu bekommen. In diesem Fall zahlt die Versicherung dem Züchter die entgangenen Einnahmen und die Tierarztkosten durch Schwangerschaft und Geburt.

AdUnit urban-intext4

Katzenbesitzer benötigen indes keine spezielle Tierhalterhaftpflichtversicherung. Schäden durch Katzen, aber auch durch andere Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster sind durch die normale Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. zrb

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Der Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der Finanztip-Stiftung.