AdUnit Billboard
Urteil

Abstand zu Radfahrern

Wenn Fahrradfahrer überholen, gelten extra Regeln

Von 
dpa
Lesedauer: 

Oldenburg. Überholen sich Radfahrer gegenseitig, müssen sie nicht wie Autofahrer anderthalb bis zwei Meter Abstand halten. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg, auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) verweist.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

In dem Fall ging es um einen Unfall, nach dem der Überholende vom anderen Radfahrer Schadenersatz und Schmerzensgeld forderte – mit Erfolg. Die Situation war folgende: Der erste Radfahrer fuhr auf der Straße, der zweite kam aus einer Einfahrt dazu und fuhr vorne, allerdings langsam und unsicher. Als der erste Radfahrer nach einer Weile zum Überholen ansetzte, schwenkte der zweite nach links aus, es kam zu einem Unfall. Der erste Radfahrer musste ins Krankenhaus und physiotherapeutisch behandelt werden. Er klagte auf Schmerzensgeld und Schadenersatz, was das Landgericht ablehnte. Begründung: der Kläger hätte nicht überholen können, weil er den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht habe einhalten können.

Oberlandesgericht kippt Urteil

Das Oberlandesgericht sprach ihm jedoch später 50 Prozent Schadenersatz und 3500 Euro Schmerzensgeld zu. Denn ein Überholen durch Fahrradfahrer setze nicht generell einen Sicherheitsabstand von eineinhalb bis zwei Metern voraus. Sonst könnten sich Radfahrer fast im gesamten Stadtgebiet nicht überholen.

Mehr zum Thema

Pandemie

Wende bei Ischgl-Prozessen um Corona-Opfer

Veröffentlicht
Von
dpa
Mehr erfahren
Auto

Autobahn-Baustellen: Potenziertes Risiko

Veröffentlicht
Von
Rudolf Huber
Mehr erfahren

Es komme vielmehr auf die Umstände im Einzelfall an. Hier traf den Kläger ein Mitverschulden von 50 Prozent. Er hätte erkennen können, dass der Radfahrer, den er überholen wollte, unsicher fuhr. dpa

Autor

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1