Verfahren - Nawalny droht nun auch Strafe wegen Diffamierung Zwei Urteile an einem Tag

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dpa
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Am Samstag werden die Urteile gegen Kremlgegner Nawalny erwartet. © dpa

Moskau. Begleitet von massiven Sicherheitsvorkehrungen ist in Russland der Prozess gegen den Kremlgegner Alexej Nawalny wegen Diffamierung eines Kriegsveteranen fortgesetzt worden. Am dritten Verhandlungstag forderte die Staatsanwaltschaft, dass der Oppositionelle 950 000 Rubel (umgerechnet etwa 10 600 Euro) Strafe zahlen soll, wie Journalisten aus dem Gerichtssaal in der Hauptstadt Moskau berichteten. Dabei sei die jüngst gegen ihn verhängte Haftstrafe in einem anderen Verfahren berücksichtigt worden, hieß es. Nawalnys Anwälte plädierten demnach auf Freispruch.

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An diesem Samstag soll Nawalny das letzte Wort vor Gericht haben. Danach wird mit einem Urteil gerechnet. An dem Tag – wenige Stunden zuvor – ist auch die Berufungsverhandlung in einem anderen Verfahren gegen den 44-Jährigen angesetzt. Anfang Februar war der Politiker verurteilt worden, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll, während er sich nach einem Giftanschlag zur Behandlung in Deutschland aufhielt.

In dem Veteranen-Prozess drohen Nawalny eine Geldstrafe oder Zwangsarbeit, weil er einen 94 Jahre alten Teilnehmer des Zweiten Weltkrieges beleidigt haben soll. Der Oppositionelle bestreitet die Vorwürfe und sieht den Prozess gegen ihn als politisch motiviert an. dpa