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In den Niederlanden steigen die Infektionszahlen rasant an / Vor allem junge Menschen betroffen

Zahl der Neuinfektionen in den Niederlanden explodiert

Von 
Julia Backes, Madeleine Janssen
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Den Haag / Berlin. Alles sah nach einem entspannten Sommer aus, doch jetzt explodiert die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den Niederlanden. Nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstituts RIVM wurden in den Niederlanden am Sonnabend 10 345 neue Ansteckungen registriert. Das ist der größte Anstieg an einem Tag seit dem 25. Dezember. Vor genau einer Woche wurden 1146 neue Fälle festgestellt.

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Gesundheitsminister Hugo de Jonge schlug Alarm. Nun unterbricht das Parlament seine gerade erst begonnene Sommerpause und kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Sie wurde für den kommenden Mittwoch angesetzt. Angesichts dieser Entwicklung wurden eine Reihe von Corona-Maßnahmen verschärft. Clubs und Discos müssen seit Sonnabend erneut geschlossen bleiben, für Gaststätten ist um Mitternacht Schluss. Auch Festivals und andere Großveranstaltungen, bei denen kein Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann, sind nun wieder untersagt. Die Regeln sollen zunächst bis 13. August gelten. „Wir müssen die schnelle Verbreitung des Virus abbremsen“, mahnte Regierungschef Mark Rutte.

Noch kein Risikogebiet

Die Niederlande hatten bereits zum 26. Juni fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Das öffentliche Leben lief fast normal. EM-Fans feierten ohne Sicherheitsabstand, das Nachtleben mit Clubs und Diskotheken öffnete wieder. Doch die Lockerungen lassen das Land offenbar in eine neue Welle schlittern.

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Von den Neuinfektionen sind vor allem junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, aber auch Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren betroffen. Viele sollen sich beim Feiern angesteckt haben. Erst am Wochenende soll es in der Grenzstadt Enschede zu einem Corona-Ausbruch durch Clubbesucher mit rund 200 Fällen gekommen sein. Dabei mussten die Partygäste eigentlich nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet waren.

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Der Anstieg der Neuinfektionen wird auch mit der Verbreitung der viel ansteckenderen Delta-Variante begründet. Noch führte das aber nicht zu nennenswert mehr Patienten in den Krankenhäusern. Vorherrschend ist in dem Beneluxstaat die Alpha-Variante mit 62,1 Prozent. Ihr Anteil an den Corona-Neuinfektionen nimmt aber stark ab, während die Delta-Variante zunimmt.

Regierungschef Mark Rutte fürchtet nun, dass sein Land wieder als Risikogebiet eingestuft wird. Doch noch ist es nicht so weit. Deshalb ändert sich für den Holland-Urlaub zunächst nichts. Seit 27. Juni gelten die Niederlande nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Das heißt: keine Einschränkungen für deutsche Touristen. Auch bei der Rückreise gibt es derzeit keine Auflagen. Die einzige Ausnahme sind Flugreisen. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, braucht für die Einreise nach Deutschland einen negativen Test. 

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