EU - Griechenland prescht vor und schließt Abkommen mit Israel / Auch mit Großbritannien Vereinbarung geplant Wo Reisefreiheit für Geimpfte schon gilt

Von 
Christian Kerl
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Brüssel. Erst die Corona-Spritze, dann ohne Beschränkungen entspannt in den Urlaub fliegen: Die besondere Reisefreiheit für Corona-Geimpfte rückt in Europa trotz Kritik zügig näher. Als erstes EU-Land hat Griechenland eine entsprechende Vereinbarung mit Israel geschlossen. Ihre Bürger sollen künftig wieder ohne Auflagen zwischen den Staaten reisen können– wenn sie gegen Covid-19 geimpft sind und dies in einem sogenannten Grünen Impfpass nachweisen können.

Kyriakos Mitsotakis (l.) und Benjamin Netanjahu in Jerusalem. © dpa
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Die Quarantänevorschriften und Flugeinschränkungen sollen damit entfallen, wie Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis nach ihrem Treffen in Jerusalem erklärten.

Mitsotakis machte klar, worum es ihm vor allem geht: so schnell wie möglich israelische Touristen in seinem Land zu begrüßen. Über 60 Prozent der Israelis sind bereits geimpft, aber nur vier Prozent der Griechen – vorerst bleibt die Reisefreiheit ziemlich einseitig.

Die Regierung in Athen plant eine ähnliche Vereinbarung auch mit Großbritannien. Griechenland ist dringend auf Tourismus-Einnahmen angewiesen. Deshalb setzt Premier Mitsotakis im Alleingang und in einem kleinen Korridor die Reisefreiheit für Geimpfte durch, die er eigentlich für die gesamte Europäische Union fordert. Unterstützt wird Griechenland dabei von Zypern. Die Aussichten sind gut: Im Sommer könnte es auch in ganz Europa so weit sein.

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Allerdings, bislang bremsen andere EU-Länder noch: Zentrales Argument ist, dass gar nicht feststeht, ob Geimpfte nicht doch das Virus weitertragen könnten. Mehrere Vakzin-Hersteller gehen von einem Schutz auch gegen Übertragungen aus, Biontech-Pfizer und Moderna erwarten entsprechende Nachweise bis Ende des Monats.

Zweiter Einwand ist, dass erst eine ausreichende Zahl von Bürgern Gelegenheit haben müsste, sich impfen zu lassen. Aber das kommt: Nach den bisherigen Zielvorgaben sollen im Sommer 70 Prozent der EU-Bürger ein Impfangebot erhalten haben.