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„Wir haben alles verloren“

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© Reto Klar

„Dieses Haus wurde 1986 gebaut. Wir sind mit unserer Familie eingezogen“, sagt Olena Andriyanowa. Sie steht im Kinderzimmer ihrer Wohnung in einem Appartementhaus am Rande von Borodjanka. Zuletzt spielten hier die neunjährigen Zwillinge. Als die Russen Borodjanka Anfang März in Ruinen schossen, war die Familie nicht da, sie hatten sich zu Verwandten abgesetzt.

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Jetzt ist ihre Wohnung im achten Stock zerstört. Die 41-Jährige ist schon etliche Male hinunter durch das enge Treppenhaus gegangen und hat Tüten mit ihren letzten Habseligkeiten heruntergebracht. In ihrem früheren Wohnzimmer steht ihr Flachbildschirm. Darauf hat jemand, vermutlich ein russischer Soldat, ein großes „V“ gesprüht. Das „V“ findet sich neben dem allgegenwärtigen „Z“ auf russischen Militärfahrzeugen, es steht für „Silav pravdye“: „In der Wahrheit liegt die Kraft.“ Im Kinderzimmer ringt Andriyanowa mit den Worten. „Wir haben hier mit unseren Kindern gelebt. Jetzt haben wir nichts mehr.“

Aber, sagt sie, das Wichtigste sei, dass der Krieg ende. „Wir sind wirklich stolz auf unseren Präsidenten. Er ist stark.“ Dann beginnt sie zu weinen.

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