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UN-Hilfe - Unterstützung für Millionen Syrer droht das Aus

Wenn der letzte Lkw kommt

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dpa
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New York/Idlib. Bab al-Hawa ist nicht irgendein Grenzübergang im Nordwesten Syriens. Täglich rollt hier Lastwagen nach Lastwagen von der Türkei in das Bürgerkriegsland, um Notleidende zu versorgen. An Bord haben sie alles, was die Menschen zum Überleben brauchen: Lebensmittel, Medikamente, Zelte und vieles mehr. Mehr als zwei Millionen Menschen in dem von Rebellen kontrollierten Gebiet sind von humanitärer Hilfe abhängig. Bab al-Hawa ist ihre Lebensader. Doch sie könnte ab dem 10. Juli größtenteils versiegen.

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Denn knapp 9000 Kilometer von Bab al-Hawa entfernt wird bei den Vereinten Nationen in New York um die Weiterführung des Hilfsmechanismus gefeilscht, von dem so viele Menschenleben abhängen. Seit 2014 existiert er, damals ging es mit vier Grenzübergängen los – im Süden aus Jordanien, im Osten aus dem Irak, im Norden und Westen aus der Türkei. Doch in den vergangenen Jahren ließ Russland für seinen syrischen Verbündeten, Machthaber Baschar al-Assad, im UN-Sicherheitsrat die Muskeln spielen.

Russisches Veto

Grenzübergang für Grenzübergang kassierten die Russen unter Androhung ihrer Vetomacht im mächtigsten UN-Gremium ein. Heute ist nur noch Bab al-Hawa übrig – und wie es aussieht, könnte auch dieser Grenzpunkt für die UN-Hilfe ab dem 10. Juli Geschichte sein. „Wir können den Einschätzungen nicht zustimmen, dass es keine Alternative zum grenzüberschreitenden Mechanismus in Syrien gibt“, schrieb Russlands Außenminister Sergej Lawrow kürzlich an UN-Generalsekretär António Guterres und schien damit die Basis für ein Veto zur Verlängerung schaffen zu wollen.

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Moskau argumentiert, die UN-Hilfe könne genauso gut über Damaskus auch in Rebellengebiete mit Notleidenden gebracht werden. Dass von Guterres abwärts alle Experten dagegenhalten, lässt die Russen bislang kalt. Und den Entwurf für eine Resolution mit zwei Grenzübergängen, der auf dem Tisch liegt, wies Russland bereits als „Rohrkrepierer“ zurück. Denn es geht nicht um die Verteilung humanitärer Lieferungen, sondern der Macht: Die Kontrolle Assads über einen bedeutenden Teil der Hilfe würde seine Position gegenüber politischen Gegnern deutlich stärken.

Rund vier Millionen Syrer leben nach UN-Schätzungen in der Region. Allein 1,3 Millionen Menschen erhalten Lebensmittel vom Welternährungsprogramm (WFP). dpa

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