Afghanistan - Abkommen soll Frieden am Hindukusch bringen USA einigen sich mit den Taliban

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dpa
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Kabul/Doha. Das Abkommen zwischen den USA und den afghanischen Taliban stößt kurz nach der Unterzeichnung auf erste Hürden. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani wehrte sich am Sonntag in Kabul gegen die in der Vereinbarung verabredete Freilassung von bis zu 5000 Taliban-Kämpfern. Diese Entscheidung stehe nur seiner Regierung zu, sagte er. Vertreter der USA und der Taliban hatten am Samstag in Doha im Golfemirat Katar das Abkommen unterzeichnet, das den Weg zum Frieden und einem Ende des US-geführten Militäreinsatzes in Afghanistan ebnen soll.

Truppenabzug bis April 2021

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Die ausländischen Truppen in Afghanistan sollen nach dem Abkommen der USA mit den Taliban bis Ende April kommenden Jahres vollständig abgezogen werden – wenn die Vereinbarung nicht scheitert. Auch für die Bundeswehr würde damit nach dann mehr als 19 Jahren der Einsatz enden. Damit wäre eine Kernforderung der Taliban erfüllt, die den Abzug der ausländischen „Invasoren“ verlangen. Taliban-Chef Haibatullah Achundsada nannte das Abkommen „eine großartige Errungenschaft“ und sprach von einem „großen Sieg“.

Die Taliban verpflichten sich in dem Abkommen dazu, dass von Afghanistan keine Terrorbedrohung gegen die USA und ihre Verbündeten ausgeht. Der wichtigste Teil des Abkommens ist aber, dass die Taliban Verhandlungen mit der afghanischen Regierung zusagen – das wären die eigentlichen Friedensgespräche. Bisher hatten sich die Taliban geweigert, direkt mit Kabul zu sprechen, weil sie die Regierung für eine Marionette des Westens halten. Die Gespräche sollen der Vereinbarung zufolge zu einem dauerhaften Waffenstillstand und einem politischen Fahrplan für die Zukunft Afghanistans führen. dpa

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