Unbelehrbar

Von 
Uwe Ralf Heer
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Die internationale Kritik am türkischen Militärschlag in Syrien wird den starrsinnigen Despoten vom Bosporus eher noch bestärken als zum Einlenken bewegen. Und auch vom ohnehin nur eingeschränkten und wenig wirkungsvollen Verbot deutscher Rüstungsexporte wird sich der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan nicht von seiner Militäroffensive abbringen lassen.

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Stattdessen droht er den Nato-Partnern und fordert sogar noch Unterstützung. Die übliche Drohgebärde war ohnehin absehbar: Das Aufkündigen des Flüchtlingspaktes ist Erdogans Trumpf. Denn er weiß, dass jeder weitere Anstieg der Asylbewerberzahlen zu einer neuerlichen europäischen Zerreißprobe führen dürfte.

Dennoch geht Erdogans Spiel am Ende nicht auf. Mit diesem Krieg lässt sich nicht von innenpolitischen Problemen ablenken. Und die sind in der Türkei groß. Die türkische Lira verliert an Wert, die Wirtschaft lahmt – auch deshalb punkten Erdogans Gegner bei Wahlen.

Fakt ist auch: Es zeigen nur jene Kriegsbegeisterung, die ihn nicht führen müssen. Dabei ist besonders schlimm, dass sich die komplette türkische Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem militärischen Gruß vor Erdogans Karren spannen lässt. Ausbaden müssen diesen Wahnsinn sowohl die vom Krieg betroffenen Kurden als auch die ganz normalen türkischen Bürger, die unter Erdogans Allmachts-fantasien leiden.