Überfällig

Hans-Dieter Füser zum Gesprächsangebot an die Taliban

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Bisher hatte es den Anschein, als verfolge die westliche Allianz in Afghanistan eine Strategie der Schönfärberei. Doch langsam aber sicher setzt sich die Einsicht durch, die der kanadische Premier Stephen Harper kürzlich so formulierte: "Wir werden diesen Krieg nicht gewinnen, indem wir einfach bleiben." Mit James Jones teilt auch der neue amerikanische Sicherheitsberater diesen Realismus. Dem ehemaligen Vier-Sterne-General ist es maßgeblich zu verdanken, dass US-Präsident Barack Obama sein Vorgehen nicht nur auf den Prüfstand gestellt, sondern auch korrigiert hat.

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Zwar hält Obama an der Aufstockung der US-Truppen fest, doch er betrachtet dieses Vorgehen allein als nicht hinreichend. Insofern fügen sich die geplante Erhöhung der Mittel für den zivilen Wiederaufbau und der Versuch, mit den gemäßigten Taliban ins Gespräch zu kommen, in den neuen, umfassenderen Ansatz. Doch auch dies geht Jones mit Recht noch nicht weit genug. Er will auch die "ökonomische Triebfeder des Konflikts", die Drogen, in die Überlegungen einbeziehen - eine längst überfällige Korrektur. Erst alles zusammengenommen eröffnet eine Chance auf Erfolg.