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Kirgistan und Tadschikistan

Tote bei Kämpfen in Zentralasien: 120.000 Menschen evakuiert

Seit mehr als 30 Jahren dauert der Grenzstreit zwischen Kirgistan und Tadschikistan bereits an. Immer wieder kommt es zu schweren Kämpfen. Nun spitzt sich die Lage erneut zu.

Von 
dpa
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Polizisten drängen kirgisische Freiwillige zurück, die sich vor dem Regierungsgebäude versammeln und ihre Entsendung in die Konfliktzone an der kirgisisch-tadschikischen Grenze fordern. © Vladimir Voronin

Bischkek/Duschanbe. Die schweren Kämpfe im Grenzstreit zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Kirgistan und Tadschikistan in Zentralasien spitzen sich zu. Auf kirgisischer Seite gebe es sowohl unter Soldaten als auch unter Zivilisten Todesopfer, hieß es am Freitag aus dem nationalen Sicherheitsrat in der Hauptstadt Bischkek. Das kirgisische Gesundheitsministerium informierte am späten Abend über 24 Tote. Das Parlament des Landes wollte ebenfalls am Abend zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Kriegszustand verhängt werde, sagte der Abgeordnete Dastan Bekeschew.

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Aus der grenznahen kirgisischen Region Batken wurden Behördenangaben zufolge rund 120.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Sowohl das autoritär geführte Tadschikistan als auch Kirgistan, das trotz Rückschritten als vergleichsweise demokratisch gilt, berichteten über anhaltende Gefechte. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Am Rande eines Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im ebenfalls zentralasiatischen Usbekistan kamen die Präsidenten der beiden Hochgebirgsländer zu einem Gespräch zusammen.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor mehr als 30 Jahren streiten die beiden Länder bis heute über den Verlauf der rund 1000 Kilometer langen Grenze an zahlreichen Stellen.

Auch in anderen Regionen des postsowjetischen Raums eskalierten zuletzt seit Jahren schwelende Konflikte. So griff etwa vor einigen Tagen im Südkaukasus Aserbaidschan sein Nachbarland Armenien an. Beobachter befürchten, dass solche Spannungen zunehmen, weil Russland, das eigentlich in der gesamten Region militärisch sehr präsent ist, derzeit mit dem Krieg gegen die Ukraine beschäftigt ist.

© dpa-infocom, dpa:220916-99-791026/4

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