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Ferien - Delta-Variante treibt Inzidenz nach oben

Spanien ist jetzt Europas Hotspot

Von 
Ralph Schulze
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Madrid. Spaniens Strände sind voller Menschen, das Nacht- und Partyleben pulsiert. Durch die Altstädte an der Mittelmeerküste schieben sich Besuchermassen, immer seltener mit Schutzmaske vor Mund und Nase. Das Leben brodelt wieder im Urlaubsland Spanien – und auch das Coronavirus ist wieder da. Die Fallzahlen explodieren. Über Nacht ist das spanische Königreich wieder Europas Corona-Brennpunkt geworden.

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Wegen Corona: Die Stierhatz in Pamplona wurde für 2021 erneut abgesagt. © dpa

Nach neuesten Daten der amerikanischen Johns Hopkins Universität ist Spanien momentan das europäische Ferienland mit der höchsten Zahl neuer Ansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sprang übers Wochenende von 100 auf 157 Fälle pro 100 000 Einwohner. Mit dieser gewaltigen Infektionsexplosion hat Spanien sogar Portugal überholt, das in Südeuropa zuerst von der neuen Viruswelle überrollt wurde. In Portugal gibt es 147 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner. Dort gilt vielerorts wieder eine nächtliche Ausgangssperre, und die Gastronomie muss früher schließen. Die Hauptstadt Lissabon ist an den Wochenenden abgesperrt.

Sorge um Tourismusbranche

Sollten die Fallzahlen in Spanien weiter zunehmen, könnte es heikel werden: Ordnet Deutschland das Urlaubsparadies – wie Portugal – als Hochinzidenzgebiet ein, würde dies Quarantänepflichten für Reiserückkehrer nach sich ziehen. Ohne Nachweis einer kompletten Impfung oder Covid-Genesung heißt das: Frühestens nach fünf Tagen lässt sich die Quarantäne mit einem negativen Test beenden.

Deutschland ist nach Frankreich derzeit der zweitwichtigste Tourismusmarkt für Spanien. Bis Ende Mai kamen 770 000 deutsche Urlauber. Beliebtestes Ziel ist Mallorca. „Die Situation ist epidemiologisch kritisch“, sagt Javier Arranz, der Sprecher der Gesundheitsbehörden auf den Balearischen Inseln, zu denen auch Ibiza und Menorca gehören.

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Keine guten Aussichten für die Tourismusbranche, die fürchtet, dass die neue Corona-Welle auch diesen Sommer zunichtemachen könnte. Der Tourismus ist Spaniens wichtigste Einnahmequelle. Auch wegen dieser Sorge sind die spanische Regierung wie die regionalen Gesundheitsbehörden derzeit sehr zurückhaltend mit neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Vielleicht auch deswegen hat Spaniens Regierung auffallend wenig Interesse daran, aktuelle Zahlen zur Verbreitung der Delta-Variante zu veröffentlichen.

Doch aus vereinzelten Angaben regionaler Gesundheitsbehörden kann geschlossen werden, dass die hochansteckende Virusmutation wie in Portugal zum Infektionstreiber wird. In der nördlichen Region Navarra, die wegen ihrer Stierläufe in der Stadt Pamplona weltberühmt ist, wurde Delta zuletzt schon für 80 Prozent aller Neuansteckungen verantwortlich gemacht.

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