Polizeieinsatz

Räumung des Fechenheimer Waldes geht weiter

Am zweiten Tag seilten sich Spezialkräfte von Kränen ab, um Aktivisten aus den Bäumen zu holen. Mindestens fünf harren noch aus.

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dpa
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Beamte eine Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei seilen einen Baumbesetzer aus einem Baumhaus ab. © Boris Roessler

Frankfurt/Main. Die Räumung und Rodung des Fechenheimer Waldes im Osten von Frankfurt kommt voran. Der Einsatz geht nach Angaben der Polizei aber am Freitag weiter. Mindestens fünf Aktivisten befänden sich noch in dem Waldstück am Rande Frankfurts, das für einen Autobahnanschluss gerodet werden soll. «Insgesamt verlief der heutige Einsatztag erneut friedlich und ohne Verletzte», bilanzierte die Polizei am Abend des zweiten Einsatztages.

Bei frostigen Temperaturen standen am Donnerstag die höher gelegenen Baumhäuser und andere Konstruktionen in den Baumkronen im Mittelpunkt. «Mehr als die Hälfte der Baumhäuser und Strukturen wurde im Laufe des Tages geräumt, Personen wurden sicher zu Boden gebracht», berichtete die Polizei nach Ende des Einsatzes.

Rodung für einen Autobahnanschluss

Die Gegner des dort geplanten Riederwaldtunnels hatten zum Start der Räumung am Mittwoch ihren Widerstand bekräftigt. Die Polizei kündigte an, bei der Räumung den Grundsatz «Sicherheit geht vor» zu befolgen. Das Gebiet soll gerodet werden, um die bisher direkt daneben endende A66 an die A661 anzuschließen.

Die Polizei setzte am Donnerstagvormittag Kräne und spezielle Höheninterventionsteams ein, um die Aktivisten zu vertreiben. Die Spezialkräfte wurden mit einem Kranausleger über die Baumwipfel gehoben und seilten sich von dort aus an einem Stahlseil hängend auf Höhe der Baumbesetzer ab, die sich in rund 40 Metern Höhe befanden. «Das höchste Gebilde im Einsatzraum, der "Highpod", ist geräumt», twitterte die Polizei am Mittag.

Baumhäuser werden abgerissen

An der anderen Seite des Waldes wurden parallel dazu unbesetzte Baumhäuser abgerissen. Am Mittag waren Zeugenberichten zufolge noch fünf Baumhäuser und ein Podest übrig. Parallel zur Räumung gingen am Donnerstag die Rodungsarbeiten weiter, auch eine Baustraße wurde planiert. Die Polizei hatte das Gebiet weiträumig abgesperrt. Schaulustige im Sperrbereich wurden aufgefordert, das umzäunte Gelände zu verlassen.

Bereits am Mittwoch waren mehrere Menschen aus dem Waldstück gebracht worden. Parallel zu der Räumung wurden erste Bäume gefällt. Am Mittwoch waren 3 Ermittlungs- sowie 18 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Zehn Personen wurden in Gewahrsam genommen und zum Teil «nach den polizeilichen Maßnahmen» wieder entlassen. Am Donnerstag kamen sieben Personen vorübergehend in Gewahrsam. Fünf Menschen wurden vorläufig festgenommen - unter anderem wegen Hausfriedensbruchs, Widerstands und fehlender Personalien.

Die A66 bleibt laut Polizei zwischen den Anschlussstellen Bergen-Enkheim und Maintal voraussichtlich bis Sonntagabend gesperrt. Nach Auskunft der Autobahn GmbH sollen am Freitag der Kran abgebaut und eine geschotterte provisorische Straße ausgebaut werden.

Die Aktivisten kommentierten den Polizeieinsatz am Donnerstag zwiespältig: Auf dem ersten Blick sehe es so aus, «als würde die Polizei die Räumung nach dem Motto «Sicherheit vor Schnelligkeit» durchziehen», sagte eine Sprecherin. «Bei genauerem Hinsehen sieht man allerdings deutlich fahrlässiges Vorgehen der Polizei.» Eine Person befinde sich im Krankenhaus, sei aber «ok».

© dpa-infocom, dpa:230119-99-280972/4

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