Rapper Pablo Hasél - Jugend wirft Regierung Zensur vor Proteste gegen Inhaftierung

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dpa
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Barcelona. Die siebte Nacht in Folge hat es in Barcelona Proteste gegen die Inhaftierung des wegen Gewaltverherrlichung und Beleidigung der Monarchie verurteilten Rappers Pablo Hasél und gegen die Polizei gegeben. Allerdings nahmen an der Kundgebung am Montagabend nach Polizeiangaben nur noch etwa 700 überwiegend junge Menschen teil. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die separatistische Organisation CDR, die sich für die Abspaltung Kataloniens von Spanien stark macht. Wie schon am Vorabend habe es kaum noch gewalttätige Ausschreitungen gegeben, berichteten die Zeitungen „La Vanguardia“ und „El Periódico“. Nur vor dem Polizeihauptquartier wurden Polizisten mit Flaschen beworfen, wie in Videos zu sehen war.

Immer wieder Strafen

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Seit Verabschiedung des „Gesetzes zum Schutz der Sicherheit der Bürger“ im Jahr 2015 durch die damalige konservative Regierung von Mariano Rajoy – im Volksmund: „Knebelgesetz“ – landen immer wieder Künstler, Youtuber und Journalisten auf der Anklagebank. Mal gibt es Haft-, mal hohe Geldstrafen, gelegentlich auch Freisprüche. Die Empörung hatte bisher allerdings nie solche Ausmaße wie jetzt.

Rapper Pablo Hasél wurde in der vergangenen Woche verhaftet. © dpa

Bei den Demos geht es nicht nur um Meinungsfreiheit. Viele der jungen Spanier machen auch ihrer Unzufriedenheit über die hohe Arbeitslosenquote und die wirtschaftlichen Folgen von Corona Luft. Haséls Liedtexte und Tweets sind von tiefem Hass auf Polizei, Politik und die Monarchie geprägt. Als er sich weigerte, eine Haftstrafe von neun Monaten anzutreten, wurde er am Dienstag vergangener Woche festgenommen und anschließend ins Gefängnis gebracht. dpa