AdUnit Billboard
Studie - Junge Menschen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein sollen bevorzugt immunisiert werden – die Mediziner erhoffen sich davon eine raschere Rückkehr in Schulen und Universitäten

Priorisierte Impfung für 30 000 Jugendliche und Studierende

Von 
dpa
Lesedauer: 
Thomas Gehrke will in einer Studie junge Leute gegen Corona impfen. © dpa

Siegen. Wissenschaftlich begleitet sollen im Kreis Siegen-Wittgenstein Schüler ab zwölf Jahren und Studierende bevorzugt geimpft werden. Rund 30 000 junge Menschen aus der Region in Nordrhein-Westfalen können sich im Rahmen einer Studie ab Dienstag im Impfzentrum von Siegen impfen lassen. Die Forschenden der Universität des Saarlands und der Universitäts-Kinderklinik Bochum wollen mit der vergleichenden Untersuchung herausfinden, wie sich eine solche Querschnittsimpfung auf das Infektionsgeschehen auswirkt. In einer Befragung wollen sie zudem etwas über die Impfbereitschaft herausfinden sowie weitere Daten ermitteln.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Mehr zum Thema

Kommentar Lage der Jüngeren in der Pandemie: Kinder als Verlierer

Veröffentlicht
Kommentar von
Diana Zinkler
Mehr erfahren

Bei der Vorstellung der Pläne ließen die Projektbeteiligten am Freitag keinen Zweifel daran, dass sie zur Pandemieeindämmung stark auf höhere Impfraten bei jungen Menschen setzen. Damit widersprechen sie auch der eher vorsichtigen Linie der Ständigen Impfkommission (Stiko) in der Frage von Impfungen für die 12 bis 17-Jährigen.

Andere Risikoabwägung als Stiko

Diese hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt die Corona-Impfung in der Altersgruppe bisher nur bei bestimmten Vorerkrankungen. Das Gremium begründete dies unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für die Altersgruppe gering sei. Zudem lieferten die bislang verfügbaren Daten noch keine ausreichenden Beweise für die Sicherheit des Impfstoffs für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren.

Aus Sicht der Mediziner, die die aktuelle Impfstudie betreuen, überwiegt der Nutzen einer Corona-Impfung auch in der jüngeren Altersgruppe das Risiko schwerer Nebenwirkungen. Das zeigten auch die Impfkampagnen für Jüngere etwa in den USA, sagten sie. Eine priorisierte Impfung der Jugend auch hierzulande ermögliche eine rasche Rückkehr in den gewohnten schulischen und universitären Alltag. Dieser sei dringend notwendig – auch um andere psychische und gesundheitliche Folgen der fehlenden Teilhabe im Lockdown und bei geschlossenen Schulen, Berufs- und Hochschulen abzumildern. Die Corona-Fallzahlen seien bei den Jüngeren zuletzt konstant gestiegen, sagte Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes. Es habe längst eine Verschiebung von den alten zu den jüngeren Populationen stattgefunden, unklar sei noch, welche Effekte die Delta-Variante habe. „Deswegen ist es uns ein großes Anliegen, hier zu intervenieren“, betonte er.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Emotionale Worte

„Wir haben keine Sorgen die Jugendlichen zu impfen und halten es auch für sinnvoll“, ergänzte Folke Brinkmann, von der Universitäts-Kinderklinik Bochum. So zeige sich, dass auch Jüngere durchaus von schweren Verläufen betroffen sein könnten. Auch Folgeschäden der Krankheit seien noch nicht ausreichend erforscht.

Mit emotionalen Worten warb der medizinische Leiter des Impfzentrums Thomas Gehrke für eine rege Teilnahme: Als Großvater habe er in der Corona-Zeit leidvoll erfahren, was es mit den Kindern mache, wenn sie bei geschlossenen Schulen ihre Freunde nicht sehen könnten. „Im Schulalltag und an den Universitäten findet auch die Sozialisation der Jugendlichen statt.“ Das müsse wieder möglich sein. Er erhalte immer wieder Anfragen von Eltern, die ihre Kinder impfen lassen wollen.

Die Kapazitäten vor Ort sind laut Kreis gegeben: Rund 2000 Impfungen pro Tag können erfolgen. In der Urlaubszeit sei die Nachfrage zuletzt so weit gesunken, dass die Jugendlichen, die in Begleitung eines Elternteils kommen müssen, auch kurzfristig geimpft werden können. 

Thema : Coronavirus FN

  • Covid-19 Im Main-Tauber-Kreis: Sieben neue Corona-Fälle

    Sieben neue Fälle einer Coronavirus-Infektion wurden am Mittwoch im Main-Tauber-Kreis bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte Bad Mergentheim und Wertheim und befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in vier Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt damit 5188. Die Zahl der Genesenen erhöht sich um vier und liegt bei 5050. Somit sind derzeit 48 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 0, Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 10 (+4), Boxberg: 0, Creglingen: 2, Freudenberg: 0, Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 1, Igersheim: 2, Königheim: 0, Külsheim: 5, Lauda-Königshofen: 5, Niederstetten: 0, Tauberbischofsheim: 5, Weikersheim: 1, Werbach: 0, Wertheim: 12 (+3) und Wittighausen: 0. Aufgrund eines Infektionsfalls bei den Schülerinnen und Schülern wurde eine Klasse der Gemeinschaftsschule Wertheim in Quarantäne verfügt. {furtherread} Bei drei Infektionsfällen der vergangenen Tage wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Nunmehr wurde bei insgesamt 1159 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Main-Tauber-Kreis am Mittwoch nach Angaben des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg bei 16,6. Die Landesregierung verlängert den fiktiven Unternehmerlohn für Unternehmen und Selbständige („Überbrückungshilfe III Plus) und die Neustarthilfe für Soloselbständige und Kleinstunternehmer („Neustarthilfe Plus“) bis Ende September. Das hat der Ministerrat vor kurzem beschlossen. Das Land Baden-Württemberg gewährt im Rahmen der „Überbrückungshilfe III Plus“ einen fiktiven Unternehmerlohn pauschal mit einem Festbetrag in Höhe von 1000 Euro pro Monat für den Zeit von Juli bis September, sofern ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 vorliegt. lra/Bild: dpa

    Mehr erfahren
  • Covid-19 Im Main-Tauber-Kreis: Ein neuer Corona-Fall

    Ein neuer Fall einer Coronavirus-Infektion wurde am Dienstag im Main-Tauber-Kreis bestätigt. Die betroffene Person lebt im Gebiet der Stadt Weikersheim und befindet sich in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt damit 5181. Die Zahl der Genesenen bleibt weiterhin bei 5046. Somit sind derzeit 45 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 0, Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 6, Boxberg: 0, Creglingen: 2, Freudenberg: 0, Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 1, Igersheim: 2, Königheim: 0, Külsheim: 5, Lauda-Königshofen: 8, Niederstetten: 0, Tauberbischofsheim: 6, Weikersheim: 1 (+1), Werbach: 0, Wertheim: 9 und Wittighausen: 0. Bei einem Infektionsfall der vergangenen Tage wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Nunmehr wurde bei insgesamt 1156 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt. {furtherread} Eine Klasse des Deutschorden-Gymnasium in Bad Mergentheim konnte aus der Quarantäne entlassen werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Main-Tauber-Kreis am Dienstag nach Angaben des Landesgesundheitsamts bei 19,6. Die Landesregierung hat vor kurzem eine Änderung der Corona-Verordnung verabschiedet. Die damit verbundenen Regelungen sind an diesem Montag in Kraft getreten und gelten zunächst bis 23. August. Grundlegende Änderungen sind nicht vorgenommen worden. Es handelt sich vielmehr um kleinere Anpassungen und Klarstellungen. Die Landesregierung teilte mit, dass nach aktuellem Fortschritt der Impfkampagne voraussichtlich Mitte September jede Bürgerin und jeder Bürger in die Lage versetzt worden sei, die Zweitimpfung und damit einen vollständigen Impfschutz zu erhalten. Die Landesregierung gehe daher aktuell davon aus, dass in künftigen Regelungen die Einschränkungen für vollständig geimpfte Personen weiter reduziert werden können. lra/Bild: dpa

    Mehr erfahren
  • Covid-19 Im Main-Tauber-Kreis: Vier neue Corona-Fälle bestätigt

    Im Main-Tauber-Kreis wurden von Samstag bis Montag vier neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Hiervon entfielen drei Infektionsfälle auf Samstag, einer auf Sonntag und keiner auf Montag. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte und Gemeinden Creglingen und Wertheim. Sie befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in drei Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Für ihre Kontakte wurde Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 5180. Die Zahl der Genesenen ist um zwei auf 5046 gestiegen. Somit sind derzeit 44 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 0, Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 6, Boxberg: 0, Creglingen: 2 (+1), Freudenberg: 0, Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 1, Igersheim: 2, Königheim: 0, Külsheim: 5, Lauda-Königshofen: 8, Niederstetten: 0, Tauberbischofsheim: 6, Weikersheim: 0, Werbach: 0, Wertheim: 9 (+3) und Wittighausen: 0. Bei drei Infektionsfällen der vergangenen Tage wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Nunmehr wurde bei insgesamt 1155 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt. An der Realschule St. Bernhard in Bad Mergentheim wurde eine Klasse nach einem positiven Schnelltest bis zum Vorliegen des PCR-Abstrichergebnisses in Quarantäne verfügt. {furtherread} Aus der Quarantäne entlassen wurden der betroffene Wohnbereich des Pflegeheims St. Anna in Külsheim sowie eine Klasse der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Main-Tauber-Kreis am Montag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg bei 27,2. Sie beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100 000 Einwohner. Der aktuelle Wert für Montag, 26. Juli, kann ab etwa 18 Uhr im Lagebericht des LGA unter www.gesundheitsamt-bw.de abgerufen werden. Im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Bad Mergentheim und durch seine Mobilen Impfteams haben in der Woche von Montag, 19. Juli, bis Sonntag, 25. Juli, 353 Erst-Impfungen und 2263 Zweit-Impfungen stattgefunden. Hinzu kommen 402 Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine Dosis genügt. Darin enthalten sind die Impfungen, die im Rahmen der noch laufenden Sonderaktion in der Rotkreuzklinik in Wertheim injiziert wurden. Somit wurden in der vergangenen Woche durch das KIZ 3023 Impfdosen beziehungsweise von Montag bis Sonntag im Schnitt 432 Impfdosen täglich verabreicht. Bisher erhielten seit dem Impfstart im Main-Tauber-Kreis insgesamt 37 978 Personen ihre erste und 31.514 Personen ihre zweite Impfung durch das KIZ. Außerdem wurden bisher 1245 Dosen des Einmalimpfstoffs von Johnson & Johnson eingesetzt. Insgesamt wurden bisher also 70 737 Impfdosen durch das KIZ verabreicht. Die vollständige Immunisierung besteht frühestens 14 Tage nach der zweiten Impfung. Arztpraxen weiter mit dabei Seit 6. April impfen in Baden-Württemberg auch die Arztpraxen flächendeckend mit. Im Main-Tauber-Kreis nehmen laut Kassenärztlicher Vereinigung aktuell weiterhin 94 Praxen Corona-Schutzimpfungen vor. Sie haben laut Kassenärztlicher Vereinigung in der Zeit vom 6. April bis einschließlich 22. Juli insgesamt 47 218 Impfdosen verabreicht, davon 25 729 Erstimpfungen und 21 489 Zweitimpfungen. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Das Kreisimpfzentrum Main-Tauber-Kreis (KIZ) in Bad Mergentheim bietet auch weiterhin an jedem Tag der Woche Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung an. Somit genügt es, innerhalb der Öffnungszeiten zum KIZ in der Seegartenstraße zu kommen sowie Personalausweis und, sofern vorhanden, das gelbe Impfbuch mitzubringen. Neu ist, dass zwischen allen vier in Europa zugelassenen Impfstoffen frei gewählt werden kann. Der Impfstoff von Moderna ist in der laufenden Woche erstmals im KIZ im Einsatz, nachdem er bislang den Zentralen Impfzentren vorbehalten war. Aus organisatorischen Gründen können je Schicht jedoch nur zwei verschiedene Impfstoffe angeboten werden. Ab sofort stehen an sieben Tagen in der Woche in der Zeit von 7.30 bis 14 Uhr die Präparate von Biontech und AstraZeneca zur Wahl, in der Zeit von 14 bis 19 Uhr die Präparate von Moderna und Johnson & Johnson. Im KIZ können alle Personen ab zwölf Jahren geimpft werden, die einen Wohnsitz in Deutschland haben. Darüber hinaus bietet das KIZ mit seinen Mobilen Impfteams noch bis einschließlich Dienstag, 27. Juli, seine Sonder-Impfaktion an. Dabei werden auch in der Rotkreuzklinik in Wertheim-Reinhardshof Corona-Schutzimpfungen ohne Voranmeldung angeboten. Auch hier genügt es, mit dem Personalausweis sowie, falls vorhanden, dem Impfbuch vorbeizukommen. Es wird in Wertheim ausschließlich der Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson eingesetzt. Die noch ausstehenden Impfzeiten sind am Dienstag, 27. Juli, jeweils von 15 bis 19 Uhr. Die Sonder-Impfaktion richtet sich insbesondere an die Bürger der Städte und Gemeinden Wertheim, Külsheim, Freudenberg und Werbach im nördlichen Teil des Landkreises. Darüber hinaus können aber auch alle anderen interessierten Menschen mit Wohnsitz in Deutschland in die Rotkreuzklinik kommen und eine Impfung erhalten. Eine Impfung mit Johnson & Johnson ist für Personen ab 18 Jahren möglich. lra/Bild: dpa

    Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1