Hongkong - China verweigert Schiffen aus USA die Einfahrt Peking spricht von Terroristen

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dpa
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Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Demonstranten am Dienstag. © dpa

Hongkong. China verschärft seine Gangart in der Hongkong-Krise. Nach massiven regierungskritischen Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei am Hongkonger Flughafen verglich Peking gewaltbereite Demonstranten mit Terroristen. Zwei US-Kriegsschiffen wurde die Einfahrt in den Hafen Hongkongs untersagt. Die Taten einiger Protestler würden sich „nicht von den Gräueltaten von Terroristen unterscheiden“, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Verbindungsbüros der chinesischen Regierung in Hongkong. Ein Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde in Peking nannte den Vorfall eine „annähernd terroristische Tat“.

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Verschiedene Medien hatten zuletzt über eine zunehmende Präsenz chinesischen Militärs an der Grenze zu Hongkong berichtet.

Bundesaußenminister Heiko Maas legte Hongkong-Reisenden eine Verschiebung ihrer Flüge nahe.

Merkel: Gewalt vermeiden

Tausende Hongkonger hatten ihre Proteste gegen die Stadtregierung und die Polizeigewalt auf den Flughafen ausgeweitet. In der Nacht zum Mittwoch kam es zu schweren Ausschreitungen. Zwei Männer vom chinesischen Festland, darunter ein Reporter der chinesischen Zeitung „Global Times“, seien am Flughafen von Demonstranten geschlagen und misshandelt worden, hieß es in der Mitteilung des Verbindungsbüros. Polizisten drangen in den Flughafen vor, um die Männer zu befreien. Nachdem fast alle Demonstranten abgezogen waren, lief der Flugbetrieb am Mittwoch wieder an. Am Mittwochabend protestierten kaum 100 Menschen auf dem Gelände.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte davor, die verbrieften Rechte der Bürger Hongkongs infrage zu stellen. Es müsse „alles daran gesetzt werden, Gewalt zu vermeiden und die Möglichkeiten einer Lösung im Rahmen des Dialogs zu finden“, sagte sie.

Der britische Politiker Tom Tugendhat schlug laut „Guardian“ vor, den Hongkongern die volle britische Staatsbürgerschaft zu geben. dpa