USA - Der neue Präsident sieht im Nachbarland einen Störfaktor - und will keine Rücksicht auf dessen Befindlichkeiten nehmen Mexiko sperrt sich gegen Trump-Pläne

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Tobias Käufer
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Proteste gegen die Benzinpreiserhöhung geben Nieto zusätzlichen Druck.

© dpa

Mexiko/Washington. Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto ist stets auf optische Inszenierung bedacht. In Zukunft wird ihm das Image des Schönlings allerdings gegen den hemdsärmeligen Herausforderer aus dem Norden nicht helfen. Mexikos Medien und mit ihnen zahlreiche Parlamentarier forderten jüngst von Pena Nieto eine härtere Gangart gegen die Attacken aus dem New Yorker Trump Tower einzulegen.

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Bislang bemühte er stets die diplomatische Floskel der guten partnerschaftlichen Beziehungen. "Geht es Mexiko gut, geht es auch den USA gut", ist einer der Lieblingssätze des Politikers der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI).

Im Moment kommt es knüppeldick für den Präsidenten: Die Benzinpreiserhöhungen lösten jüngst heftige Krawalle aus. Sowohl aus der Innen- als auch der Außenpolitik steht Pena Nieto mit dem Rücken zur Wand. Spätestens seit der spektakulären Pressekonferenz von Donald Trump in dieser Woche weiß Pena Nieto, was er von Trump zu erwarten hat: Druck. "Keinen Zaun, eine Mauer", bekräftigte Trump gestern noch einmal sein Wahlversprechen. Auch die Drohungen von Strafzöllen auf die amerikanischen Unternehmen, die planen, Arbeitsplätze nach Mexiko auszulagern, sorgen für Schockwellen in Mexiko-Stadt. Trump stellt klar, er wird keinerlei Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Nachbarn nehmen.

Nun legt Pena Nieto den Schalter um. Vorbei ist es mit der diplomatischen Zurückhaltung, mit der Hoffnung, dass sich der Sturm schon irgendwie legen werde, ist der Wahlkampf erst einmal vorbei. Mit scharfer Kritik antwortete der Attackierte seinem neuen Gegenspieler. "Wir werden die nationalen und ausländischen Investitionen in Mexiko verteidigen", zeigte sich Pena Nieto bei einem Treffen mit Botschaftern seines Landes in Mexiko-Stadt kämpferisch. Der Versuch der USA "auf Basis von Angst und mit Drohungen" Investitionsentscheidungen zu beeinflussen, sei nicht hinzunehmen. Obendrein werde Mexiko ganz bestimmt keine Grenzmauer mit den USA bezahlen, unterstrich EPN - wie sie in Mexiko rufen. Ein erstes Indiz, wenn es nun im Gegenzug treffen könnte, ließ Pena Nieto erkennen. Die neue US-Regierung solle Waffenlieferungen und Geldströme an die mexikanische Drogenmafia aus den USA nach Mexiko unterbinden. In der Tat ist es die US-Waffenindustrie, die mit ihrem Nachschub in den Süden den mexikanischen Drogenkrieg anschiebt. Eben dieser Krieg ist von den USA gewollt, die auf eine militärische Lösung gegen die Kartelle setzt, während die Waffenindustrie an legalen und illegalen Lieferungen an Armee und Kartelle verdient.