Corona - Empfänger von Grundsicherung sollen nach Plänen von Sozialminister Hubertus Heil stärker unterstützt werden Masken-Zuschuss für Bedürftige

Von 
Alessandro Peduto
Lesedauer: 

Berlin. Wer sich im Alltag wirksam vor einer Corona-Infektion schützen will, geht mit einer FFP2-Maske auf Nummer sicher. In Bayern sind sie schon verpflichtend. Doch billig sind sie nicht: Pro Stück werden meist zwischen vier und sechs Euro fällig. Das wird vor allem für Geringverdiener zu einer erheblichen Belastung. Nun will Sozialminister Hubertus Heil Bedürftige in der Corona-Krise stärker unterstützen. Die Pandemie führe zu zusätzlichen Ausgaben, die für viele „einen finanziellen Kraftakt im Alltag bedeuten“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin.

AdUnit urban-intext1

Es treffe vor allem Kinder, Alleinerziehende, Ältere, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderung. „Der Schutz vor Corona darf aber keine Frage des Geldbeutels sein“, so Heil. Sein Vorschlag: Grundsicherungsempfänger sollen einen Corona-Zuschuss erhalten. Zudem will er prüfen, ob es für Bedürftige Bezugsscheine für Masken mit einem erhöhten Schutz geben kann.

Linke kritisiert späten Zeitpunkt

Bereits jetzt bekommen Ältere und Vorerkrankte auf diesem Weg FFP2-Masken in Apotheken zur Verfügung gestellt. Zur Höhe des Zuschusses machte Heil zunächst keine Angaben. Er wolle seine Idee in der Bundesregierung beraten. Im Sommer war ein ähnlicher Vorschlag in der großen Koalition abgelehnt worden – nun seien die Voraussetzungen allerdings anders, sagte Heil.

Die Sozialexpertin der Linken im Bundestag Sabine Zimmermann begrüßte die Pläne. Die Linke habe seit Langem einen Pandemiezuschlag gefordert. Doch seien Heils Vorschläge unausgegoren, denn der Minister äußere sich weder zur Höhe des Zuschlags noch sei das Vorhaben in der Regierung abgestimmt, sagte Zimmermann dieser Redaktion. Zudem komme der Vorstoß „fast ein Jahr zu spät“. Schon seit März 2020 hätten Menschen in Grundsicherung zusätzliche Ausgaben für Masken, Desinfektionsmittel oder digitale Ausstattung für Homeschooling. Die kostenlose Abgabe von FFP2-Masken könne hier deutliche finanzielle Entlastung bringen.

AdUnit urban-intext2

Für Menschen mit geringem Verdienst schlug Zimmermann vor, dass Arbeitgeber verpflichtet werden sollten, FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Zuletzt war der Druck von Sozialverbänden auf die Politik gewachsen, mehr finanzielle Unterstützung für ärmere Menschen zu leisten. „Es kann nicht sein, dass Menschen, die bereits jetzt jeden Tag schauen müssen, wie sie etwas zu essen auf den Tisch bekommen, zwingend notwendige Schutzausrüstung aus der eigenen Tasche finanzieren müssen“, sagte der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer.