Landesregierung legt Aktionsplan zur Überwindung von Armut vor

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dpa/lrs
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Rheinland-Pfalz. Rund vier Jahre nach dem Start eines Beteiligungsprozesses mit Betroffenen hat die Landesregierung am Dienstag einen Aktionsplan zur Überwindung von Armut vorgelegt. Der Plan soll die Ergebnisse der im Dezember 2016 ergriffenen Initiative umsetzen. Ziel ist es nach Angaben des Sozialministeriums, allen Menschen in Rheinland-Pfalz die Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Der Aktionsplan enthält neben Maßnahmen des Landes auch Schritte der Kommunen und von sozialen Projekten aus der Zivilgesellschaft.

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"Wir wollen prekären Lebenslagen präventiv begegnen und sie beseitigen", erklärte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Dienstag in Mainz. Als Beispiel nannte sie die Einrichtung von Fachberatungsstellen zur Wohnraumsicherung: Das Land gibt eine Anschubfinanzierung für niedrigschwellige Anlauf- und Beratungsstellen in den Kommunen, um drohender Wohnungslosigkeit so früh wie möglich entgegenzuwirken.

Der Aktionsplan beschreibt acht Handlungsfeldern: Finanzielle Situation, Lebenssituation, Wohnen und Quartier, Bildung, Teilhabe und Anerkennung, Gesundheit, Angebots- und Unterstützungssysteme und Mobilität. Armut sei weit mehr als der Mangel an Geld und werde vielfach von "multidimensionalen Belastungen und Defiziten in zentralen Lebensbereichen" begleitet, sagte die Ministerin.

Gerade jetzt müsse alles dafür getan werden, dass Menschen in der Corona-Situation nicht noch stärker an den Rand gedrängt würden, fügte Bätzing-Lichtenthäler hinzu. "Die Krise verschärft die Situation insbesondere für diejenigen dramatisch, die schon vor der Pandemie in unsicheren Verhältnissen lebten."

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Die Gespräche im Beteiligungsprozess und die Diskussion über wirksame Strategien zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung sollen fortgesetzt werden. Ziel sei eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Aktionsplans, kündigte das Ministerium an.

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