Ionisches Meer - Griechenland weitet Hoheitsgebiete aus Konflikt mit der Türkei spitzt sich zu

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dpa
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Athen. Das griechische Parlament hat mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, mit dem Griechenlands Hoheitsgebiete im Ionischen Meer von sechs auf zwölf Seemeilen ausgeweitet werden. Das internationale Seerecht sieht Hoheitsgewässer bis zu zwölf Seemeilen vor. Der Beschluss birgt Sprengstoff. Würde Athen eine solche Ausweitung auch in der Ägäis umsetzen, würde die Türkei dies wahrscheinlich als Kriegsgrund auffassen.

Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. © dpa
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Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis rechtfertigte die Ausweitung im Ionischen Meer vor dem Parlament mit Nachdruck. „Die Ausweitung steht absolut im Einklang mit internationalem Recht“, sagte er. Dieses Recht könne Griechenland auch in anderen Regionen ausüben, etwa auch entlang der Süd- und Ostküste Kretas. Dafür hatten zuvor Abgeordnete der Opposition plädiert. Bislang plant Griechenland die Ausdehnung lediglich bis zur Südspitze der Halbinsel Peloponnes.

Zwar hat Athen weitere Ausdehnungen der Hoheitsgewässer eigenem Bekunden zufolge nicht in der Planung. Mitsotakis betonte jedoch wiederholt, dass dies mit dem neuen Gesetz möglich sei – und zwar „zu einem Zeitpunkt, in einer Weise und unter Bedingungen, über die Griechenland selbst entscheiden wird“. Das türkische Parlament hatte 1995 entschieden, eine Ausweitung der griechischen Hoheitsgewässer in der Ägäis auf zwölf Seemeilen als Kriegsgrund zu werten. Die Türkei kritisiert, die Ägäis würde sonst de facto zum „Griechischen Meer“. dpa