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„Katharina wollte immer tanzen“

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„Sie wollte tanzen. Das hat ihr immer großen Spaß gemacht“, sagt Anton Furmanyuk. Er steht auf dem neuen Friedhof von Butscha. 40 Menschen sind in den vergangenen Tagen beerdigt worden.

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© Reto Klar

Furmanyuk besucht seine Nichte Katharina, die mit 15 Jahren gestorben ist. Er steht vor ihrem Grab, senkt den Kopf, betet. „Katharina und ihre Mutter waren in Hostomel, ihr Stiefvater beim Militär. Tagelang haben die beiden in einem Luftschutzkeller gesessen. Am 2. März wollten sie nach Kiew.“ Dort kommen sie nie an. Ihr Auto wird beschossen, die beiden werden in ein Krankenhaus in Borodjanka gebracht. „Katharina hat den Arzt immer wieder gefragt, ob sie am Leben bleiben wird.“ Am nächsten Tag stirbt die 15-Jährige. Ihre Mutter flieht vor den Russen aus der Kleinstadt. Weil es keinen Korridor mehr in die Stadt gibt, findet die Beerdigung ohne die Eltern statt.

Auf ihrem Grabhügel hat jemand eine Banane abgelegt. „Das war ihre Lieblingsfrucht“, erzählt Furmanyuk. Er hat für sie ein kleines Stofftier dabei, so etwas hat sie geliebt.

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