Corona - Verhandlungen über Sputnik-V-Lieferung, wenn Zulassung erfolgt ist / Deutschland verzeichnet am Mittwoch Impfrekord Jens Spahn will mit Russland reden

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Berlin/Brüssel. Deutschland will mit Russland über mögliche Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V sprechen. Die EU-Kommission habe erklärt, dass sie über das russische Präparat keine Verträge wie mit anderen Herstellern schließen werde, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im WDR5-„Morgenecho“. Daraufhin habe er bei einer Konferenz der EU-Gesundheitsminister erklärt, man werde bilateral mit Russland reden.

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Spahn betonte mit Blick auf Sputnik V, dass es zunächst eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA geben müsse. Auch müsse geklärt werden, wie viel Impfstoff Russland kurzfristig liefern kann. Dennoch starteten einige Bundesländer schon vor einer möglichen EU-Zulassung Alleingänge. Bayern unterzeichnete am Mittwoch einen Vorvertrag über 2,5 Millionen Sputnik-Dosen, Mecklenburg-Vorpommern zog am Donnerstag mit einer Option auf eine Million Dosen nach. In Deutschland sind über die EU derzeit vier Impfstoffe zugelassen. Das Vakzin von Biontech/Pfizer war der Erste. Inzwischen kamen die Zulassungen der Vakzine von Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson hinzu.

Nach dem Einstieg der Hausärzte stieg die Zahl der Impfungen sprunghaft an. So wurden am Mittwoch rund 656 000 Dosen verabreicht – laut Robert Koch-Institut 290 000 mehr als am Vortag. Auch der Mannheimer Pharmagroßhändler Phoenix liefert den Impfstoff über die örtlichen Apotheken für die Praxen aus, wie ein Sprecher bestätigte.

Einschränkungen bei AstraZeneca

Die EMA hatte Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Rahmen einer sogenannten Rolling Review begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen und noch kein Zulassungsantrag gestellt wurde. Im April wollen EMA-Experten Produktion und Lagerung des Impfstoffs in Russland begutachten. Die EU-Staaten Ungarn und Slowakei haben Sputnik bereits auf eigene Faust angeschafft. Deutschland hatte bislang Impfstoff ausschließlich zusammen mit den anderen EU-Staaten angeschafft. Diesen Weg hatte die Bundesregierung auch für Sputnik V gefordert – und eine Absage kassiert.

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Unterdessen sagte Spahn mit Blick auf den Impfstoff von AstraZeneca, dass dieser weiterhin nicht bei Menschen unter 60 Jahren eingesetzt werden sollte. Die EMA hatte am Mittwoch trotz sehr seltener Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen jüngerer Menschen weiterhin uneingeschränkt grünes Licht für die Anwendung gegeben. Auch andere EU-Staaten schränkten den Gebrauch ein. So sollen in Belgien nur Menschen über 55, in Spanien und Italien nur Menschen über 60 mit AstraZeneca geimpft werden. dpa

Diese Redaktion veröffentlicht künftig in der Regel immer freitags eine Statistik zum Impffortschritt.

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