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Parlamentswahl

Erste Wahl im Libanon nach Explosionskatastrophe beginnt

Von 
dpa
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Die erste Wahl seit der Explosion im Beiruter Hafen: Der krisengeschüttelte Libanon wählt. © Bilal Hussein

Beirut. Angesichts einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise hoffen vor allem viele jüngere Wähler auf einen Sieg regierungskritischer Kandidaten. Fast vier Millionen Menschen sind aufgerufen, die 128 Mitglieder des Abgeordnetenhauses zu bestimmen. Erste vorläufige Ergebnisse könnte es am Sonntagabend geben.

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Schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte

Das Land am Mittelmeer leidet seit mehr als zwei Jahren unter der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte. Nach UN-Angaben lebt rund drei Viertel der Bevölkerung mittlerweile unter der Armutsgrenze. Im Alltag kämpfen die Menschen mit Mangelversorgung. So haben viele Haushalte nur wenige Stunden am Tag Strom. Zuletzt wuchsen die Sorgen, dass es wegen des Kriegs in der Ukraine zu einer schweren Brotkrise kommen könnte.

Die Chancen auf einen größeren Wandel gelten wegen des Wahlsystems als gering. Viele Beobachter rechnen damit, dass die mit dem Iran verbündete schiitische Hisbollah ihre starke Stellung festigen kann. Unklar ist, wie sich der Rückzug des bislang wichtigsten sunnitischen Politikers, Saad al-Hariri, auswirkt. Der Ex-Ministerpräsident hatte im Januar überraschend seinen Verzicht auf eine Kandidatur verkündet.

Oppositionelle Kandidaten gehen aus Massendemos hervor

Größer als bei früheren Wahlen ist die Zahl oppositioneller Kandidaten. Viele gehen aus den Massendemonstrationen gegen die politische Führung hervor, die 2019 ausgebrochen waren.

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Das politische System des Libanon ist bestimmt durch ein fragiles Gleichgewicht der Konfessionen. Staatsoberhaupt ist immer ein Christ, Regierungschef ein Sunnit und Parlamentspräsident ein Schiit. Kritiker bemängeln, die wichtigsten Entscheidungen würden von den führenden Politikern jedoch außerhalb des Parlaments getroffen.

Bei der Explosion im Beiruter Hafen waren am 4. August 2020 mehr als 190 Menschen ums Leben gekommen. Rund 6000 Menschen wurden verletzt.

© dpa-infocom, dpa:220515-99-292796/4

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