Nordirak - Präsident der Türkei hält Militäreinsätze für richtig Erdogan verbittet sich Kritik

Von 
dpa
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. © dpa

Istanbul. Nach dem Tod von 13 entführten Türken im Nordirak hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sich gegen Kritik an Militäreinsätzen seines Landes verwahrt. Nach dem „Blutbad“ könne weder ein Land noch eine Person oder Institution „die Operationen der Türkei im Irak und in Syrien hinterfragen, kritisieren und sich gegen sie stellen“, sagte Erdogan am Montag bei einer Rede in der Schwarzmeerprovinz Rize. Sein Land werde weiter gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgehen. Die „Terroristen“ seien weder im Nordirak noch in Syrien sicher.

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Die Türkei hatte am Mittwoch in der nordirakischen Provinz Dohuk einen großangelegten Militäreinsatz gegen die PKK begonnen. Am Sonntag hatte das türkische Militär die Leichen von 13 entführten Türken, darunter Soldaten und Polizisten, im Nordirak gefunden. Ankara wirft der PKK vor, die Gefangenen exekutiert zu haben. Die PKK weist das zurück und erklärte, sie seien durch türkische Bombardierungen und Gefechte ums Leben gekommen.

Befreiungsaktion misslungen

Wie nun bekannt wurde, hatte der Einsatz auch das Ziel, von der PKK entführte Türken zu befreien. Erdogan sagte, die Getöteten hätten sich fünf beziehungsweise sechs Jahre als „Geisel“ in den Händen der PKK befunden. Man habe die Entführten retten wollen, sei aber nicht erfolgreich gewesen.

Nachdem Vorfall im Nordirak gingen türkische Sicherheitskräfte nach Angaben des Innenministeriums gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK in der Türkei vor. Bei Einsätzen in 40 Provinzen seien mindestens 718 Menschen festgenommen worden, teilte das Ministerium am Montag mit. Unter den Festgenommenen sind demnach auch Provinzvorsteher der pro-kurdischen Partei HDP. Wegen einer missliebigen US-Erklärung zu den im Nordirak getöteten Türken bestellte Ankara den US-Botschafter David Satterfield ein.