Grenzschutz - Bundesregierung verschärft Auflagen für Auswärtige Einreise nur mit Corona-Test erlaubt

Von 
Miguel Sanches
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Hinweisschilder stehen kurz hinter der deutsch-tschechischen Grenze in Deutschland. Der Landkreis Cham richtet ab Montag Corona-Teststationen für Pendler ein. © dpa

Berlin. Die Bundesregierung will die Reiseauflagen verschärfen. Innerhalb der EU werden Estland, Lettland, Litauen, Portugal, Slowenien, Spanien und Tschechien „zu Hochinzidenzgebieten“ erklärt. Darauf haben sich das Auswärtige Amt, das Gesundheits- und das Innenministerium nach den Informationen dieser Redaktion geeinigt. Menschen aus solchen Staaten sollen schon ab Sonntag noch vor Reiseantritt einen negativen Covid-19-Test vorlegen. Die betroffenen Länder haben alle eine Inzidenz von über 200 Neuinfektionen in sieben Tagen auf 100 000 Einwohner.

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Die strengeren Auflagen wurden darüber hinaus auf weitere 17 Drittstaaten außerhalb der EU ausgeweitet, darunter unter anderem die USA. Bisher galt die Testpflicht nur für Reisende aus Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien, weil dort Virusmutationen im Umlauf sind. Nun will die Bundesregierung auch die Lage in Portugal „eng beobachten“, weil dort die britische Mutation des Coronavirus ebenfalls stark verbreitet ist.

Die ansteckende britische Mutation B.1.1.7. ist nach Angaben des Virologen Christian Drosten „mit dem Reiseverkehr eingeschleust worden“. Laut Drosten fand sich die Mutation nicht nur bei Menschen, die aus Großbritannien kamen. Sie wurde auch bei Reisenden aus Tschechien nachgewiesen. Beim Flugverkehr kann die Testpflicht leicht durchgesetzt werden. Die Airlines sind verpflichtet, nur Passagiere mit einem negativen Test zu befördern. Schwieriger ist es beim Individualverkehr über die Landgrenzen.

Strobl: „Kein Heiliger Gral“

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl (CDU), hält sogar eine erneute Schließung europäischer Binnengrenzen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausdrücklich für möglich. „Man darf die Frage nach Grenzschutz, Grenzkontrollen und Grenzschließungen in Europa nicht leichtfertig behandeln“, sagte der baden-württembergische Innenminister dieser Redaktion. Die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels nannte Strobl „richtige Schritte“. Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende appellierte eindringlich an die Bürger, den Grenzverkehr auf das absolut Notwendige zu beschränken. „Für Grenzübertritte aus Jux und Tollerei habe ich keinerlei Verständnis“, sagte er. „Auch offene Grenzen sind kein Heiliger Gral, Gesundheit und Leben gehen vor.“

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Veröffentlicht
Von
Joana Rettig
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