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Pandemie - Frankreich und Griechenland führen Impfpflicht für Personal in Gesundheit und Pflege ein / Limits auch für Restaurants

Der Druck auf Ungeimpfte wächst

Von 
Michael Backfisch
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Berlin. Die wachsende Impfmüdigkeit in Europa alarmiert die Regierungen. Einige EU-Länder haben eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Bevölkerungs- oder Berufsgruppen erlassen. Auch für den Besuch von Restaurants oder Kinos soll es Beschränkungen geben.

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Frankreich

Das Land führt eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich ein. Bis Mitte September haben Angestellte in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen Zeit, sich impfen zu lassen. Als Begründung führte Präsident Emmanuel Macron am Montagabend die rasante Ausbreitung der Delta-Variante an. Die TV-Ansprache zeigte unmittelbar Wirkung: Nach der Rede buchten die Franzosen im Internet fast eine Million Corona-Impftermine. Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran kann ungeimpftes Gesundheitspersonal dann nicht mehr arbeiten und wird auch nicht mehr bezahlt. Auch für die gesamte Bevölkerung stelle sich die Frage einer Impfpflicht, betonte Präsident Macron.

Im Alltagsleben erhöht die Regierung ebenfalls den Impfdruck. Vom 21. Juli an ist für den Kino- oder Theaterbesuch ein negativer Corona-Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis notwendig. Ab August soll ein Nachweis auch in Fernzügen, Bussen, Restaurants, Einkaufszentren und Krankenhäusern verpflichtend sein.

Um die Impfkampagne weiter anzukurbeln, sollen PCR-Tests ab Herbst kostenpflichtig werden. Wer sich also ohne vollständige Impfung länger als zwei Tage in Frankreich aufhält, wird künftig wohl in die eigene Tasche greifen müssen. PCR- und Antigentests sind für ausländische Touristen in Frankreich dann nicht mehr wie bisher kostenlos. Nach Angaben des Onlineportals Our World in Data erhielten in Frankreich bisher 52,3 Prozent der Bevölkerung den ersten und 36,1 Prozent den zweiten Piks.

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Griechenland

Athen hat ähnliche Regeln wie Frankreich erlassen. Ab Mitte August gilt die Impfpflicht für Personal in Alten- und Pflegeheimen, ab dem 1. September für die Kräfte im Gesundheitsbereich. Andernfalls könnten sie freigestellt werden, kündigte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis an. Die Patienten auf den Intensivstationen seien „zu 99 Prozent nicht geimpft“, begründete Mitsotakis die neuen Maßnahmen. Zudem dürfen sich die Menschen künftig nur noch in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten, wenn sie gegen Corona geimpft sind. Die Regelung gilt auch für ausländische Touristen. Sie können zwar mit einem negativen PCR- oder Schnelltest einreisen, brauchen aber für Restaurants oder Bars künftig einen Impfnachweis. 50,3 Prozent der Bevölkerung haben bisher die erste, 40,9 Prozent die zweite Impfdosis bekommen.

Italien

In dem Land sind Ärzte und anderes medizinisches Personal bereits seit dem 25. Mai zur Immunisierung verpflichtet. Wer sich weigert, wird in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt oder darf nur noch Aufgaben ohne direkten Patientenkontakt erfüllen. Von der Regelung betroffen sind Mediziner und Krankenpfleger, aber auch Apotheker und Ärzte mit eigener Praxis. 59,3 Prozent der Bevölkerung wurden einmal, 38,1 Prozent zweimal geimpft.

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