Finanzen - Gewerkschaft pocht auf Verlängerung Debatte über Lohnzahlung für Familien

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dpa
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Berlin. In der Bundesregierung wird über längere Lohnausfallzahlungen für Eltern nachgedacht, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Die dazu getroffenen Regelungen gälten abzüglich der Osterferien noch bis Mitte Mai, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstagabend in der Sendung „ARD Extra“. Es müsse darüber gesprochen werden, wie für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kinderbetreuung geben könnten, die Lohnausfallzahlung weiter gewährt werden könne. Giffey zufolge laufen dazu Gespräche mit Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

Arbeit und Kinderbetreuung lässt sich zuhause nur schwer vereinbaren. © dpa
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Derzeit können Eltern bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Ferien- und Schließzeiten werden nicht mitgerechnet. Die Leistung ist begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird zudem maximal für sechs Wochen gezahlt. Für manche Kita-Eltern wären die Zahlungen damit Mitte Mai bereits erschöpft. Für die Einrichtungen gibt es bisher – anders als für Schulen – keine konkrete Perspektive für eine schrittweise Öffnung.

Spezielles Hilfsprogramm?

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte eine Verlängerung der Zahlungen und eine Anhebung auf 80 Prozent des Nettogehalts. Die Verdienstausfallentschädigung wegen Schul- und Kitaschließungen müsse dringend nachgebessert werden, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Sie forderte außerdem einen Freistellungsanspruch vom Job für Arbeitnehmer, die wegen geschlossener Schulen und Kitas nicht zur Arbeit können und einen Sonderkündigungsschutz für diejenigen, die die Freistellung in Anspruch nehmen. Die Grünen im Bundestag schlagen laut einem Bericht der „Welt“ vor, die Verdienstausfall-Entschädigung zu verlängern und zu einem „Corona-Elterngeld“ weiterzuentwickeln. dpa