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„Das war nicht nur mein Job“

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© Reto Klar

„Ein Buch ist doch eines der wichtigsten Dinge, die es im Leben gibt“, sagt Larysa Pochepnya. Die kleine Frau steht vor den Ruinen der Bibliothek in Tschernihiw, in der sie 40 Jahre lang gearbeitet hat. In der Hand hält die 60-Jährige zwei Bücher, es sind Kinderbücher über die ukrainische Geschichte und über ihre Helden.

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Es sind die beiden einzigen, die Pochepnya retten konnte. 80 000 Bücher gingen in Flammen auf, als die Bibliothek in der Nacht auf den 11. März bei einem russischen Luftangriff getroffen wurde. „Hier wurde 1902 das erste Museum für ukrainische Geschichte eröffnet. 1978 wurde es dann zu einer Bücherei für Kinder und Jugendliche“, erzählt die Bibliothekarin.

10 000 Kinder und junge Erwachsene kamen Jahr für Jahr hierher. Nach dem Luftangriff hat Pochepnya drei Tage gebraucht, bevor sie sich traute, zur Bibliothek zu gehen. Ihr steigen Tränen in die Augen. „Das war meine Familie, nicht nur mein Job. Das war mein zweites Zuhause.“

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