PolitbarometerJuni I 2021 (KW 23 - Teil 3)

Corona verliert leicht an Bedeutung - Klimawandel wieder stärker präsent

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dls / Forschungsgruppe Wahlen
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Das Thema Klimawandel gewinnt wieder an Bedeutung. © dpa

Mannheim. Corona bleibt für die Deutschen Top-Thema, verliert aber parallel zu rückläufigen Fallzahlen und Impffortschritt an Bedeutung: Nach 84% im April, 74% Anfang und 66% Ende Mai entfallen bei der vorgabenfreien Frage nach den wichtigsten Problemen in Deutschland jetzt noch 51% auf das Coronavirus und die Konsequenzen der Pandemie. Wieder stärker präsent ist das Thema Klimawandel (30%), weitere Nennungen entfallen – bei bis zu zwei Antwortmöglichkeiten – auf die Themenbereiche Soziales Gefälle/Gerechtigkeit/Arm-Reich (9%), Politik(er)verdruss/Affären (9%), Wirtschaftslage (9%), Ausländer/Asyl/Integration/Flüchtlinge (8%), Bildung/Schule (6%), Rente/Alterssicherung (6%), Arbeitsmarkt/Jobs (4%) sowie Infrastruktur/digitale Infrastruktur (4%).  

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Coronavirus: Gesundheitsgefährdung und Maßnahmen

Was bei Corona die individuelle Gefährdungslage betrifft, sieht mit 53% (Mai-II: 44%) erstmals seit September 2020 wieder eine Mehrheit für sich persönlich kein Gesundheitsrisiko. Umgekehrt halten jetzt noch 43% (Mai-II: 54%) der Deutschen ihre eigene Gesundheit durch das Virus für gefährdet.   

Viel Konsens gibt es inzwischen bezüglich der aktuellen Corona-Regeln: Nachdem im April nur 29%, Anfang Mai dann 49% und Ende Mai 60% die jeweils gültigen Corona-Maßnahmen als „gerade richtig“ eingestuft hatten, sind dies jetzt Anfang Juni 66%. Nur 13% fordern „härtere Maßnahmen“, 19% halten diese für „übertrieben“.  

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Coronavirus: Impffortschritt, Impfpriorisierung und Normalisierung                 

Wenn auch weit weniger heftig als in den ersten Monaten der Kampagne, gibt es beim Thema Impffortschritt weiter viel Unzufriedenheit: Ohne große Veränderungen zu Ende Mai meinen aktuell 55% (Mai-II: 56%) aller Befragten, dass das Impfen gegen Corona bei uns in Deutschland „eher nicht gut“ läuft, 41% (Mai-II: 42%) äußern sich dagegen positiv.       

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Bisher wurden die Impftermine nach Alter und gesundheitlicher Gefährdung vergeben. Dass sich ab sofort alle impfen lassen können, die das möchten, finden 63% der Deutschen richtig und 34% nicht richtig. Vor drei Wochen, kurz nach der Ankündigung zur Aufhebung der Impfpriorisierungen, hatten 70% diesen Schritt begrüßt, 28% sahen das Ende Mai kritisch.  

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Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Krise bleiben trotz rückläufiger Fallzahlen und Impffortschritt reserviert: Nach 41% Ende Mai glauben jetzt 48% der Befragten, dass wir in Deutschland die Corona-Krise bis zum Ende des Sommers so weit im Griff haben werden, dass wieder ein weitgehend normales Leben möglich ist, 49% (Mai-II: 57%) sind bei dieser Einschätzung pessimistisch. 

Wirtschaftliche Lage in Deutschland

Gewachsenen Optimismus gibt es im Politbarometer-Wirtschaftsteil: Der Zustand der deutschen Wirtschaft entwickelt sich positiv und bei der Konjunkturprognose schwächt sich der Pessimismus weiter ab. Erstmals seit knapp zweieinhalb Jahren prognostizieren mehr Bundesbürger für die deutsche Wirtschaft eine Aufwärts- statt eine Abwärtsbewegung.

 So konstatieren zu Quartalsende ganz allgemein 42% (Apr: 35%; Mai-I: 36%) der Befragten eine gute Wirtschaftslage in Deutschland, 44% (Apr: 46%; Mai-I: 46%) sagen „teils-teils“ und für 13% (Apr: 18%; Mai-I: 17%) stellt sich die ökonomische Gesamtkonstitution zurzeit schlecht dar.

Bei der Prognose zur konjunkturellen Entwicklung glauben inzwischen 36% (Apr: 17%; Mai-I: 27%), dass es mit der heimischen Wirtschaft demnächst „aufwärts“ geht, noch 26% (Apr: 50%; Mai-I: 39%) sagen „abwärts“, 35% (Apr: 30%; Mai-I: 31%) erwarten „keine großen Änderungen“.

Die – auch im mittelfristigen Rückblick – größte Stabilität gibt es wie gewohnt bei der Einstufung der eigenen Wirtschaftslage: Gefragt nach ihrer persönlichen finanziellen Lage, beschreiben 72% (Apr: 70%; Mai-I: 68%) der Deutschen diese momentan als „gut“ und 5% (Apr: 5%; Mai-I: 7%)  als „schlecht“, 23% (Apr: 25%; Mai-I: 24%) antworten an dieser Stelle mit „teils-teils“.   

G7-Gipfel: Bekämpfung von Klimawandel und Corona                                        

Ab morgen treffen sich die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten westlichen Industrieländer zum G7-Gipfel. Vor diesem Hintergrund sehen die Deutschen große Defizite bei der Bekämpfung des Klimawandels; das internationale Engagement in Sachen Corona wird weniger häufig kritisch gesehen. Konkret bemängeln 69% der Deutschen „zu wenig“ Einsatz der westlichen Industrieländer bei der Bekämpfung des Klimawandels, für 20% ist das „gerade richtig“ und für 7% wird hier „zu viel“ getan. Was den Kampf gegen Corona betrifft, wird für 49% „zu wenig“ getan, 41% sagen hier „gerade richtig“ und 5% kritisieren „zu viel“ Einsatz der westlichen Industrieländer bei der Bekämpfung der globalen Pandemie.  

Fußball-EM: Erwartungen an die deutsche Mannschaft                                       

Parallel zum G7-Gipfel startet auch die Fußball-EM. Die Erwartungen an dass das deutsche Team gehen dabei sehr weit auseinander: 7% der Bundesbürger rechnen mit dem Titelgewinn, für 7% schafft es Jogi Löws Mannschaft ins Finale und für 22% zumindest bis ins Halbfinale. Dass nach dem Viertelfinale Schluss ist, glauben 23%, 10% rechnen mit einem Ausscheiden im Achtelfinale und 10% prognostizieren ein Scheitern bereits in der Vorrunde. Weitere 21% wollen oder können zur Fußball-EM keinen Tipp abgeben.   

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