Schon ab Freitag?

Corona-Lockerungen in Baden Württemberg in Sicht

Von 
dpa/lsw/kpl
Lesedauer: 
Zwei Gäste stoßen im Biergarten an. Die Landesregierung in Stuttgart hat jetzt auch die Öffnung der Außengastronomie auf der Agenda. © dpa

Südwest. Ungeachtet des Regierungswechsels in dieser Woche arbeiten die baden-württembergischen Ministerien an Lockerungen der Corona-Regeln. "Das Öffnungs-Konzept wird gerade juristisch in eine Verordnung gegossen und zwischen den Ressorts abgestimmt", teilte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart am Dienstag mit. Klappt alles wie geplant, könnten die Lockerungen am Donnerstag notverkündet werden und am Freitag in Kraft treten.

AdUnit urban-intext1

"Je nach Inzidenz könnten dann am Samstag die ersten Öffnungsschritte im Land vollzogen werden." Entscheiden müssen das die Behörden vor Ort abhängig von der dortigen Corona-Lage. Nach SWR-Informationen könnten Besuche in Biergärten und Hotels möglich werden - jedoch nur in wenigen Kreisen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mehrere Tage unter 100 liegt.

Initiatoren: Tübinger Modell als Basis für Lockerungen im Südwesten

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und die Notärztin Lisa Federle raten unabhängig von den Gedankenspielen der Ministerien im Südwesten zum Tübinger Modellversuch als Grundlage für Lockerungsschritte in Baden-Württemberg. "Im Ergebnis kann empfohlen werden, die anstehenden Öffnungen im Abklingen der dritten Welle nach dem in Tübingen erprobten Modell durchzuführen", schrieben sie gemeinsam mit Peter Kremsner und Peter Martus vom Universitätsklinikum Tübingen in ihrem Abschlussbericht an das Sozialministerium am Dienstag.

AdUnit urban-intext2

In Tübingen durften vom 16. März an Einzelhandel, Kino, Theater und anfangs Außengastronomie öffnen. Besucher mussten einen negativen Corona-Test vorweisen, wozu die Stadt neun Stationen aufgebaut hatte. Die Bundesnotbremse beendete das Projekt am 24. April.

Den Initiatoren zufolge ist der Versuch erfolgreich verlaufen. Die Öffnungen hätten nicht zu einem messbaren Anstieg der Infektionen geführt, hieß es in dem Bericht. Die Inzidenz in der Stadt war von 20 zu Versuchsbeginn zwischenzeitlich auf 110 gestiegen, kurz zurückgegangen und wieder auf 114 gestiegen. Dem Bericht zufolge lag der erste Sprung auch an einem Corona-Ausbruch in der Tübinger Landeserstaufnahmestelle. Im ganzen Landkreis hatte die Inzidenz zwischenzeitlich bei 200 gelegen.

AdUnit urban-intext3

An den Teststationen wurden im Versuchszeitraum rund 165 000 Tests durchgeführt und etwa gleich viele in Betrieben, Kitas und Schulen. Das ergab Testkosten von 3,5 Millionen Euro, von denen der Bund 2,5 Millionen übernimmt. Die Kosten seien volkswirtschaftlich gut vertretbar.

AdUnit urban-intext4

Nach Ansicht der Initiatoren kompensiert der Kontrolleffekt der vielen Tests die zusätzlichen Risiken durch mehr Kontakte in Handel, Gastronomie und Kultur. In der Bevölkerung gebe es Akzeptanz für den Modellversuch. In einer Phase, in der die Stadt mit Tagestouristen überfüllt gewesen sei, habe es aber kritische Stimmen gegeben.

Mehr zum Thema

Newsticker

Alle Meldungen aus Rhein-Neckar

Mehr erfahren