Corona - Ab 1. Juli sind touristische Reisen in bisher als besonders riskant eingestufte Gebiete wieder erlaubt

Bundesregierung hebt Warnung für Risikogebiete auf

Von 
Michael Fischer, Ansgar Haase
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Urlaub – wie hier am Wörthersee in Österreich – ist ab Juli wieder problemloser möglich. © dpa

Berlin. Nach mehr als einem Jahr hebt die Bundesregierung die Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete am 1. Juli auf. Das betrifft derzeit fast 100 Staaten weltweit ganz oder teilweise, darunter zum Beispiel die Nachbarländer Frankreich, Niederlande, Dänemark und Belgien. „Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen“, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD) die Entscheidung am Freitag.

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Die Bundesregierung rät ab 1. Juli auch nicht mehr generell von touristischen Reisen ins Ausland ab. Für EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, die nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind, wird künftig in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts nur noch „um besondere Vorsicht gebeten“. Das betrifft zum Beispiel Italien, große Teile Spaniens und ab kommenden Sonntag auch ganz Österreich. Maas hatte zu Beginn der Pandemie am 17. März eine weltweite Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Im September wurde die Warnung dann auf Risikogebiete mit einer Infektionszahl von mehr als 50 pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen beschränkt. Jetzt wird die Regelung nochmals deutlich gelockert. Ab dem 1. Juli wird die Reisewarnung erst ab einer Inzidenz von 200 gelten und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben – weltweit etwa 40 von insgesamt rund 200 Länder.

Appell an die Vernunft

Maas verbindet mit der Änderung ein klares Signal an Sommerurlauber. „Mit dem Sommer kehren Hoffnung und Zuversicht nach Deutschland zurück“, sagte er. Der SPD-Politiker betonte aber auch, dass es keine Einladung zur Sorglosigkeit sei. „Reisen mit Vernunft und Augenmaß, das ist das Motto dieses Sommers. Die Gefahr durch das Virus und seine Mutanten ist noch lange nicht gebannt.“ Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, bezeichnete die Aufhebung der generellen Reisewarnung für Risikogebiete als wichtige Botschaft für die Reisebranche. „Die Stigmatisierung des Reiseverkehrs wird damit endlich zurückgeführt.“

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Die Zahl der Risikogebiete in Europa wird am Sonntag noch einmal deutlich gesenkt. Das Robert Koch-Institut gab am Freitag bekannt, dass ganz Österreich sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz von der Risikoliste gestrichen werden. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz freute sich. „Die Entscheidung der deutschen Regierung ist ein wichtiges Signal für die bevorstehende Sommersaison im Tourismus“, sagte er.

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Für die meisten österreichischen Bundesländer war die Einstufung als Risikogebiet für Reisende aus Deutschland bereits vor einer Woche aufgehoben worden. Ab Sonntag gilt das auch für die noch ausstehenden Länder Vorarlberg und Tirol. Wer aus Deutschland nach Österreich einreist, muss aber auch weiterhin einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorweisen können. Ausgenommen ist, wer eine Impfung nachweisen kann oder bereits an Corona erkrankt und genesen ist.

Auch die Urlaubsinseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika werden von der Risikoliste gestrichen, darunter die USA und Kanada. In diesen beiden Ländern gilt aber nach wie vor eine Einreisesperre für Deutsche, die nicht dort leben. Außerdem sind folgende Staaten ab Sonntag keine Risikogebiete mehr: Armenien, Aserbaidschan, Bosnien, Kosovo, Libanon, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Ukraine. Hinzu kommen zwei Regionen in Norwegen.

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Die EU-Staaten bemühen sich unterdessen darum, die Reiseregeln gemeinsam weiter zu lockern. Am Freitag vereinbarte Leitlinien sehen vor, Regionen künftig erst bei deutlich höheren Inzidenzzahlen als Risikogebiet einzustufen. Dies soll dazu führen, dass weniger Menschen unter strenge Test- und Quarantäneauflagen fallen und innerhalb der EU wieder mehr gereist werden kann. dpa

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