Pandemie - Trotz Beförderungsverbots weiter Verbindungen / Lufthansa streicht zunächst keine Flüge Bundespolizei stellt 600 Verstöße fest

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Zum Schutz vor neuen Mutationen des Coronavirus hatte die Bundesregierung strenge Auflagen für Einreisen nach Deutschland beschlossen. © dpa

Berlin/London/Lissabon. Die seit dem Wochenende geltenden Einreiseverbote für Menschen aus mehreren von ansteckenden Virusvarianten betroffenen Ländern werden von den deutschen Behörden scharf auf ihre Einhaltung beobachtet. Flugverbindungen nach Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien gibt es trotz des Beförderungsverbots, das die Bundesregierung am Freitag für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen beschlossen hatte. Das sorgte auch für Kritik.

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Die Lufthansa kündigte an, ihren Flugplan zunächst unverändert beizubehalten und erst bei sinkender Anfrage anzupassen. Da die Verordnung Ausnahmen vorsieht – darunter für Deutsche, in Deutschland lebende Ausländer sowie Umsteigepassagiere in Länder außerhalb des Schengenraums – gebe es genügend Menschen, die fliegen dürften, sagte Lufthansasprecher Martin Leutke.

Die Lufthansa betonte am Sonntag, dass Mitarbeiter vor dem Einsteigen die nötigen Nachweise der Passagiere prüften. Jeder Reisende müsse vor dem Abflug einen negativen Corona-Test vorlegen, der den Vorgaben des Robert Koch-Instituts entspreche und bei Ankunft in Deutschland maximal 48 Stunden alt sein dürfe.

Bundespolizeipräsident Dieter Romann hatte zuvor Flugunternehmen vorgeworfen, sich – bereits vor der Einreisesperre – nicht an die Vorschriften zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu halten. „Allein in den letzten sechs Tagen hat die Bundespolizei bei der Einreise im Luftverkehr rund 600 Verstöße durch Luftfahrtunternehmen festgestellt“, sagte Romann der „Bild am Sonntag“. „Das ist verantwortungslos.“ Mangelnde Kontrollen seien auch ein Grund für die verhängten Einreiseverbote.

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Die Bundespolizei kontrollierte am Wochenende auch die Einhaltung der neuen Einreiseregeln, etwa am Frankfurter Flughafen. Die Beamten überprüften jeweils, ob die Passagiere einen negativen Corona-Test vorweisen können, und erinnerten an die Quarantäne-Pflicht.

Seehofer fordert harte Kontrollen

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer forderte harte Kontrollen der Quarantänemaßnahmen für Deutsche, die aus Hochrisikogebieten einreisen. „Die Gesundheitsämter müssen mit Personal aus Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und anderen Behörden von Land und Bund für Kontrollen massiv unterstützt werden. Wir müssen die Ausbreitung der Corona-Mutation mit allen Mitteln verhindern und bekämpfen“, sagte der CSU-Politiker der „Bild am Sonntag“.

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Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft wies die Kritik am Sonntag zurück.

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