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Auf den Trümmern der Gegentribüne

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© Reto Klar

Seit 27 Jahren ist das mein zweites Zuhause“, sagt Stanislaw Zaryenkow. Er steht in dem zerbombten Stadion des FK Desna in Tschernihiw. Der 45-Jährige trägt einen Jogginganzug in Gelb und Blau, den Farben seines Vereins, der in der ersten ukrainischen Liga spielt. Vor dem Krieg waren die 5000 Tribünenplätze bei Heimspielen voll besetzt. Jetzt ist das Stadion zerstört. Zersplitterte rote Plastiksitze liegen auf den Trümmern der Gegentribüne. Bizarr verformte Eisenträger klaffen aus den Resten der Umkleidekabinen. „Putin Huilo“ haben die Fans in den vergangenen Jahren immer wieder gerufen. Die Schmähung ist mit „Dreckskerl Putin“ milde übersetzt. In der Nacht auf den 11. März schlugen russische Bomben im Stadion ein. Der FK Desna war der Verein, in dem der ukrainische Fußballprofi Andrij Jarmolenko groß wurde, der 2017 und 2018 für Borussia Dortmund spielte. Funktionäre des Clubs aus dem Ruhrgebiet waren kürzlich in Tschernihiw. Sie versprachen, beim Wiederaufbau des Stadions zu helfen. „Das wird aber bestimmt drei Jahre dauern“, glaubt Stanislaw Zaryenkow.

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