Militär - Bundeswehr startet neue Ausbildung / Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer überrascht von Bewerberzahl

Antreten für den Heimatschutz

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Carsten Hoffmann
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Markus Laubenthal (v.l.), Peter Tauber und Annegret Kramp-Karrenbauer präsentieren die Plakate des freiwilligen Wehrdienstes im Heimatschutz. © dpa

Berlin. Objektschutz, Katastrophenhilfe, Sanitätsdienst: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer setzt Hoffnungen auf die am Dienstag begonnene Ausbildung von zunächst 325 Rekruten für den neuen Freiwilligendienst der Bundeswehr im Heimatschutz. Die Zahl der Bewerber sei deutlich größer gewesen und zeige, dass sich viele junge Menschen für das Land engagieren wollten. Nach Angaben der Bundeswehr gab es 9000 Bewerber für das Programm. „Wir waren selbst überrascht, wie groß das Interesse ist“, sagte die CDU-Politikerin in Berlin.

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Die Bundeswehr will zusätzliche Kräfte für Krisen- und Katastropheneinsätze im Inland bereithalten, wie sie derzeit auch in der Corona-Pandemie benötigt werden. Der Dienst steht unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“.

Im ersten Jahr sollen 1000 Männer und Frauen ausgebildet werden. Unter den ersten Rekruten sind 16 Prozent Frauen. Der Dienst besteht aus einer siebenmonatigen militärischen Ausbildung und Reservisteneinsätzen in den folgenden sechs Jahren.

„Nehmen niemandem etwas weg“

Der Name Heimatschutz sei bewusst gewählt und korrigiere frühere Fehler, diesen Begriff den Rechten zu überlassen, sagte Kramp-Karrenbauer. Kritik, die bezahlte militärische Ausbildung schwäche andere Organisationen, wies sie zurück. Die Bewerber interessierten sich gezielt für die Bundeswehr, wollten aber nicht ins Ausland, sondern heimatnah Dienst leisten. „Wir nehmen mit diesem Freiwilligendienst niemandem etwas weg“, sagte Kramp-Karrenbauer. Wenn das Programm aber den Anstoß zu einer Debatte über Freiwilligendienste leiste, begrüße sie das.

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Die Rekruten durchliefen nun an insgesamt 13 Standorten eine reguläre Bundeswehr-Grundausbildung, sagte Generalleutnant Markus Laubenthal, Stellvertreter des Generalinspekteurs. Dann folge die Spezialausbildung für den Heimatschutz. Kern sei eine vertiefende Ausbildung im Sicherungs- und Objektschutz, eine Ausbildung für den Sanitätsdienst, in der ABC-Abwehr, im Brandschutz und die Einweisung an den künftigen, selbst gewählten Standort.

Kritik kam von der Opposition. Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte auf „NDR Info“, die Bundeswehr habe andere Sorgen, wie etwa die Materialbeschaffung. „Was wir brauchen, sind junge Männer und Frauen, die bereit sind, in den Einsatz zu gehen und die bereit sind, so ausgebildet zu werden, dass unsere Freiheit in Frieden geschützt wird. Das ist mit einem solchen sozialen Jahr nicht getan“, sagte sie.

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