Schule - Kultusminister beraten stundenlang über Tests und Formen des Unterrichts – nach wie vor gilt keine einheitliche Linie

Andere Länder, andere Regeln

Von 
Basil Wegener
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Vor dem Unterricht selbst testen: Das demonstriert ein Schüler an einer Realschule in Mainz. © dpa

Berlin. Ungeachtet aller Aufrufe für eine einheitliche Linie für Deutschlands Schulen in der dritten Corona-Welle gehen die Länder getrennte Wege. Die Kultusminister berieten am Donnerstag die Corona-Lage und andere Themen, die Tagung dauerte mehrere Stunden bis in den Abend. Mehrere Länder gaben aber bereits zuvor ihre Entscheidungen für die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler bekannt. Der CDU-Vorsitzende und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte sich für eine bundesweit einheitliche Regelung ausgesprochen, wie es für die Schulen in der Pandemie nach den Osterferien weitergeht.

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In Nordrhein-Westfalen wird nun mit Ausnahme der Abschlussklassen ab Montag Distanzunterricht für alle anderen Schüler stattfinden, wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bekanntgab. Für die Schüler der Abschlussklassen soll es in Nordrhein-Westfalen auch nach den Osterferien Präsenzunterricht in den Klassenräumen geben. Für die übrigen Jahrgänge gelte der Distanzunterricht vorerst nur eine Woche lang bis zum 16. April.

Abitur findet statt

Über einen Punkt war man sich bei den langen Gesprächen einig: Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen.

Die Kultusministerinnen und Kultusminister lassen die Abschlussprüfungen im Schuljahr 2020/2021 durchführen, wie die Kultusministerkonferenz nach einer Mitteilung vom Donnerstag beschlossen hat. dpa

Gebauer sagte, Mediziner hätten im Rahmen der Kultusministerkonferenz bestätigt, dass das Infektionsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen zunehme. „Die Schulen sind keine Treiber der Pandemie“, sagte Gebauer zugleich. Laut Lageberichten des Robert Koch-Instituts der vergangenen Wochen spielen die Schulen eine wachsende Rolle bei der Viruszirkulation in Deutschland. Auch in den Kitas infizierten sich viele Minderjährige mit der britischen Corona-Variante.

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Vor den Osterferien hatte das NRW-Schulministerium angekündigt, dass die Schulen möglichst in den Wechselunterricht starten sollen. Mehrere Städte und Kreise hatten auf einen Aufschub wegen steigender Infektionen gedrungen.

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Wie es zuvor bereits für NRW angekündigt wurde, führt nun auch Berlin eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler ein. Ab dem 19. April sollen zwei Corona-Tests pro Woche verpflichtend sein, wie die Senatsverwaltung für Bildung mitteilte. Die Tests sollen dann unter Aufsicht in der Schule durchgeführt werden. Wechselunterricht in Lerngruppen mit halber Klassengröße soll die Regeln sein. Die Jahrgangsstufen 7 bis 9 bleiben erstmal ausgenommen und sollen ab dem 19. April folgen, wenn die Abiturienten keinen Unterricht mehr in der Schule haben, sondern nur noch zu den Prüfungen kommen müssen.

Auch in Baden-Württemberg kündigte die Landesregierung eine neue Teststrategie an. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und auch Hausmeister dürfen nach dem Willen des Kultusministeriums ab dem 19. April ohne negativen Corona-Test nicht mehr am Unterricht teilnehmen oder das Gelände betreten, wenn es mehr als 100 Corona-Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen gibt. Wer in der Woche ab 12. April in die Schulen zurückkehrt, kann sich noch freiwillig testen lassen. Allerdings gibt es Präsenzunterricht in der Woche nach den Osterferien zunächst nur für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen –im Wechselbetrieb. Für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird nur eine Notbetreuung angeboten.

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Brandenburg schickt ältere Schüler oberhalb der Grundschule erst einmal wieder in den Fernunterricht. In Bayern schalten Schulen in der Regel ab einem Inzidenzwert von 100 in einer Stadt oder einem Landkreis wieder von Präsenz- auf Fernunterricht um. Hamburg tut das erst, wenn der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 200 liegt. Sachsen verabschiedet sich nach der Osterpause ganz von der Kopplung an den Inzidenzwert und hält Schulen und Kitas unabhängig davon offen.

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In Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz war bereits wieder Unterricht, auch im Saarland begann er am Donnerstag. Hamburg hatte keine Osterferien, und in Hessen und Schleswig-Holstein dauern die Ferien noch bis Ende kommender Woche.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte in einem Interview, es sei wichtig, „in den Schulen sehr konsequent mindestens zweimal die Woche zu testen“. Der Beamtenbund dbb forderte einheitlich klare Regeln.

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