Politbarometer Extra - Winfried Kretschmann (Grüne) und Malu Dreyer (SPD) haben einen großen Vorsprung vor ihren Herausforderern Amtsbonus schlägt voll durch

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Walter Serif
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Amtsinhaber und Herausforderer: Winfried Kretschmann (Grüne, l.), Susanne Eisenmann (CDU), Malu Dreyer (SPD, r.) und Christian Baldauf (CDU). © Pichler

Mannheim. Fünf Wochen vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben Winfried Kretschmann (Grüne) und Malu Dreyer (SPD) einen großen Vorsprung vor ihren Herausforderern. „Susanne Eisenmann und Christian Baldauf haben nicht einmal genügend Rückhalt in ihrem CDU-Lager, die Ministerpräsidenten sind dagegen parteiübergreifend sehr populär“, analysiert Andrea Wolf die Zahlen des Politbarometer Extra der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen.

Baden-Württemberg

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In der Sonntagsfrage liegen die Grünen mit 34 Prozent klar vor der CDU. Kretschmanns Partei würde im Vergleich zur Landtagswahl vor fünf Jahren deutlich zulegen, die CDU stagniert auf dem Niveau von 2016. Die Grünen profitieren enorm von ihrem Ministerpräsidenten. „Er ist der Landesvater schlechthin, Eisenmann schneidet dagegen exorbitant schwach ab“, sagt Wolf. 70 Prozent bevorzugen in der Umfrage den Schwaben als Regierungschef, nur 13 Prozent hätten lieber Eisenmann. Während Kretschmann fast alle seine Anhänger (96 Prozent) hinter sich hat, wollen nur 22 Prozent der CDU-Wähler die Kultusministerin als Regierungschefin, aber fast zwei Drittel Kretschmann.

Auch beim Image liegen Welten zwischen den beiden. Kretschmann erreicht auf der Skala von plus fünf bis minus fünf einen auch im Ministerpräsidenten-Vergleich seltenen Ausnahmewert von 2,5. Neben der grünen Wählerschaft überzeugt er vor allem auch die CDU- und SPD-Anhänger. Ganz anders Eisenmann. Mit durchschnittlich minus 0,3 und bescheidenen Werten sogar im eigenen Lager liegt die Spitzenkandidatin insgesamt im Negativbereich – ein selbst für Herausforderer bei Landtagswahlen ungewöhnliches Phänomen. „Das sind schon dramatisch schlechte Werte“, fasst die Wahlforscherin zusammen.

Die CDU hat mit Eisenmann offensichtlich die falsche Kandidatin ausgewählt, denn an ihrer Regierungsarbeit liegt es nicht, dass die Partei hinter den Grünen rangiert. Die CDU erhält von den Befragten mit einem Wert von 1,0 ein ähnlich gutes Zeugnis wie der große Koalitionspartner (1,2). Die Zufriedenheit mit Grün-Schwarz ist groß, die amtierende Landesregierung schneidet mit 1,6 sehr gut ab. Deshalb sprechen sich 44 Prozent der Wähler für eine Wiederauflage des Bündnisses aus. Die Arbeit der Opposition im Stuttgarter Landtag bewerten die Befragten dagegen schwach bis extrem kritisch: Die SPD kommt auf 0,1, die FDP auf minus 0,2 und die AfD sogar nur auf minus 3,5.

Rheinland-Pfalz

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In Rheinland-Pfalz zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU ab. Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, läge die CDU mit 33 Prozent knapp vor der SPD (31), die Grünen würden mit 13 Prozent Platz drei belegen. Im Vergleich zu 2016 müssten die Sozialdemokraten nicht nur starke Einbußen hinnehmen. „Der SPD droht ihr bisher schlechtestes Ergebnis überhaupt, und die CDU würde zum ersten Mal seit 1987 wieder stärkste Kraft, sollten sich die Umfragewerte am 14. März bestätigen“, sagt Wolf. Es würde dennoch wieder für eine Fortsetzung der Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP reichen, obwohl dieses Regierungsbündnis in Rheinland-Pfalz nicht so beliebt ist. „Die Wähler favorisieren Rot-Grün“, sagt Wolf. Den Ausschlag bei der Abstimmung könnten die Grünen geben. Sie legen im Vergleich zu 2016 stark zu und würden die Verluste der SPD ausgleichen. Bei der Bewertung der Regierungsarbeit fallen Grüne (0,3) und FDP (minus 0,2) hinter der SPD zurück.

Auch in Rheinland-Pfalz spielt der Amtsbonus eine große Rolle. 59 Prozent wollen, dass Malu Dreyer am Ruder bleibt, Christian Baldauf, der Anwalt aus Frankenthal, kommt nur auf 23 Prozent. Dreyer mobilisiert fast alle SPD-Anhänger, der Oppositionsführer kann nur auf die Hälfte im CDU-Lager zählen, 40 Prozent hätten lieber Dreyer als Regierungschefin. Vor fünf Jahren konnte die CDU-Herausforderin Julia Klöckner mit 37 Prozent (Dreyer: 44) besser punkten.

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Die Amtsinhaberin hat auch sehr gute Imagewerte. Sie kommt auf 2,2. Bei den eigenen Anhängern sind es überragende 4,0, bei den CDU-Wählern immerhin noch 1,5. Baldaufs Werte drücken dagegen nur „Mittelmaß“ (Wolf) aus. Er erzielt 0,6, schneidet aber im eigenen Lager nicht viel besser als Dreyer ab. Einem Viertel der Befragten ist Baldauf gar nicht bekannt.

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