Menschenrechte - Organisation moniert verstärkte Ungleichheit

Amnesty schlägt Alarm

Von 
dpa
Lesedauer: 
Eine Aktivistin von Amnesty International auf einer Demonstration in Berlin. © dpa

Berlin/London. Die Corona-Pandemie hat laut Amnesty International weltweit zu einer deutlichen Zunahme von Menschenrechtsverletzungen mit vielen Millionen Betroffenen geführt. Corona sei „in einer großen Zahl von Ländern nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern auch eine Krise der Menschenrechte“, sagte der Deutschlandchef der Organisation, Markus Beeko, bei der Vorstellung des Amnesty-Jahresberichts in Berlin. Behörden hätten „billigend Schaden oder sogar den Tod“ von besonders schutzbedürftigen Menschen in Kauf genommen, zum Beispiel von Risikopatienten, Beschäftigten im Gesundheitssektor oder Migranten.

AdUnit urban-intext1

Vorwürfe gegen Machthaber

Der Bericht beleuchtet die Menschenrechtslage in 149 der insgesamt etwa 200 Länder weltweit. Danach hat die Pandemie in vielen Regionen Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung verstärkt. Die Krise sei von zahlreichen Staaten missbraucht worden, um Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit weiter einzuschränken.

Amnesty kritisiert vor allem das Agieren der reichen Länder im Kampf gegen das Virus scharf und wirft der internationalen Gemeinschaft vor, bei der Bekämpfung der Pandemie nicht an einem Strang zu ziehen. „Die Pandemie hat auch die Mittelmäßigkeit und Verlogenheit, den Egoismus und den Betrug unter den Machthabenden dieser Welt verstärkt“, schreibt Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard im Vorwort zu dem Bericht. Die Welt sei „derzeit unfähig, bei einem globalen Ereignis mit großen Auswirkungen effektiv und gerecht zusammenzuarbeiten“.

Die Vorsitzende des Bundestags-Menschenrechtsausschusses Gyde Jensen (FDP) forderte, der Entwicklung entgegenzuwirken. „Amnesty International zeigt erneut, dass die Pandemie wie ein Brandbeschleuniger wirkt“, sagte sie. dpa

AdUnit urban-intext2