Verkehr

Zugausfälle und Verspätungen wegen Bombenentschärfung in Karlsruhe

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dpa/lsw
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Karlsruhe. Die Entschärfung einer US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Karlsruhe hat für eine größere Evakuierung und für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Nach Angaben der Stadt mussten deshalb am Dienstag sicherheitshalber rund 4000 Menschen gut sechs Stunden aus ihren Wohnungen. Wichtige Straßen- und Bahnverbindungen wurden vorübergehend abgeriegelt. Es gab Verspätungen und Ausfälle im Fern- und Nahverkehr - und am Ende eine erfolgreiche Entschärfung der gefährlichen Hinterlassenschaft.

Die 500 Kilogramm schwere Bombe war am Montag auf einer Baustelle in der Nähe des Güterbahnhofs in Baden-Württembergs drittgrößter Stadt gefunden worden. Es handelte sich um eine amerikanische Fliegerbombe mit zwei Zündern. Um 13.15 Uhr begann der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Entschärfung, eine halbe Stunde später schon kam die Entwarnung. Die Menschen konnten wieder in ihre Häuser zurück, Sperrungen wurden aufgehoben.

Von der Entschärfung war unter anderem der Zugverkehr von Mannheim und Heidelberg nach Karlsruhe und von Stuttgart nach Karlsruhe betroffen. Um die Mittagszeit konnten einige Züge vorübergehend nicht den Karlsruher Hauptbahnhof anfahren. Auch die viel befahrene Bundesstraße 10 (Südtangente) wurde gesperrt.

Gleich nach der Entschärfung wurden die Bahnstrecken wieder freigegeben. Eine Bahnsprecherin rechnete damit, dass der Regionalverkehr sich schnell normalisierte. Im Fernverkehr konnte es ihr zufolge etwas länger dauern. Sie schätzte, dass Hunderte von Reisenden von Verspätungen und Ausfällen betroffen waren. So mussten Fernverkehrszüge in Mannheim, Heidelberg und Stuttgart wenden. Zwischen Karlsruhe und Basel konnten sie aber weiterfahren. Von der Bombenentschärfung waren im Regionalverkehr auch die Züge von GoAhead und AVG betroffen.

Die Evakuierung war am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle der Bombe angelaufen. Betroffen waren viele Wohnungen und auch ein Hotel. Lautsprecherwagen der Polizei fuhren durch die Wohnviertel und forderten die Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen auf. Beamte klingelten an Wohnungen und halfen Menschen, die nicht gehen können, aus den Häusern. Acht Corona-Patienten wurden mit einem Krankentransport abgeholt.

Um sicherzugehen, dass keine Menschen mehr vor Ort sind, beobachtete die Polizei das abgesperrte Gebiet unter anderem mit Drohnen. Insgesamt waren nach Angaben der Stadt rund 160 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Verwaltungsstab beteiligt.

In Baden-Württemberg werden immer mal wieder gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Meist werden sie bei Bauarbeiten zu Tage gefördert. Die Bahnlinie im Rheintal war ein wichtiges Ziel für alliierte Bomber im Zweiten Weltkrieg.

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