Corona-Krise - Land führt Register für Beatmung ein Zentraler Zugriff auf Betten

Von 
Peter W. Ragge
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Stuttgart. Das Land Baden-Württemberg will zentral festlegen, welcher Patient wo in eine Intensivstation eingewiesen wird. Dies sei „zur Steuerung der Kapazitäten“ angesichts der Corona-Pandemie mit hohem Bedarf an Intensiv- und Beatmungs-Betten nötig, so das Innenministerium. Das geht aus einem Schreiben hervor, das dieser Redaktion vorliegt. Der Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement im Innenministerium, Hermann Schröder, hat es an die Krankenhäuser, Rettungsorganisationen und Leitstellen verschickt. Die Krankenhäuser werden darin dringend gebeten, die Kapazitäten zu erfassen und diese Übersicht „in Echtzeit“ stets aktuell zu halten.

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Dazu hat eine Reutlinger Firma, die auch Software für Einsatzunterstützung, Abrechnung und Fuhrparkmanagement im Rettungsdienst liefert, laut Schröder „kostenneutral“ ein Programm zur Verfügung gestellt. Es enthalte alle verfügbaren Betten, „weitere Kliniken können bei Bedarf jederzeit nacherfasst werden“, heißt es unter Hinweis darauf, dass möglicherweise Behelfskrankenhäuser nötig werden. Die Entscheidung, welcher Patient in welches Krankenhaus kommt, wird nur noch in Stuttgart getroffen. „Zur Steuerung der verfügbaren Kapazitäten erfolgt die Auswahl der Zielklinik im Rettungsdiensteinsatz bei Patienten mit entsprechender Indikation nicht durch die jeweilige Leitstelle, sondern ausschließlich in Abstimmung mit der Oberleitstelle Baden-Württemberg“. Diese Oberleitstelle, getragen vom Landesverband des Roten Kreuzes, sitzt in der Leitstelle für Sicherheit und Mobilität Stuttgart (Simos) neben der Hauptfeuerwache und dient schon lange als Zentrale Koordinierungsstelle für Intensivtransporte.

Redaktion Chefreporter