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Umfrage - Partei von Ministerpräsident Kretschmann bleibt mit 24 Prozent auf Rang eins, büßt aber 8,6 Punkte ein / SPD verdoppelt ihr Resultat

Vor allem für die Grünen ein Schock

Von 
dpa
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Stuttgart. Es ist ein Ansehensverlust im Rekordtempo. Nur sieben Monate nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Grüne und CDU nach einer Umfrage drastisch an Zustimmung verloren. Eine große Rolle dabei dürfte der Ausgang der Bundestagswahl gespielt haben. Denn: Die lange gebeutelte Südwest-SPD zieht es im Sog von Wahlsieger Olaf Scholz richtig nach oben. Auch die FDP ist Nutznießer.

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Die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73) bleiben zwar mit 24 Prozent auf Rang eins, büßen aber sage und schreibe 8,6 Prozentpunkte im Vergleich zu ihrem historischen Top-Ergebnis bei der Wahl im März ein. Das ist das Ergebnis einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung. Die CDU, Juniorpartner in der grün-schwarzen Koalition, rutscht demnach weiter ab und landet mit 20 Prozent (minus vier Punkte) nur noch auf Platz drei.

Die SPD, die bei der Bundestagswahl Ende September triumphieren konnte, verbessert sich auch bei der Umfrage für Baden-Württemberg deutlich. Sie kann ihr Resultat auf 21 Prozent fast verdoppeln (plus zehn Punkte) und zieht an der CDU vorbei auf Rang zwei. Die FDP gewinnt ebenfalls deutlich hinzu und schafft demnach 16 Prozent (plus 5,5). Die AfD verliert leicht und kommt auf neun Prozent.

Für die Grünen ist die Umfrage der nächste Schuss vor den Bug. Denn schon das Ergebnis der Bundestagswahl im Land empfanden viele führende Politiker als wenig schmeichelhaft. Mit 17,8 Prozent landeten sie nur auf Platz drei hinter der stark geschwächten CDU und der wieder erstarkten SPD. Noch dazu ist die FDP den Grünen auf den Fersen. All das hat die Ökopartei schon ziemlich genervt.

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Die Gretchenfrage

Die Folge waren hitzige Diskussionen, zuletzt bei der Fraktionssitzung kurz nach der Wahl. Die Lücke zwischen dem Ergebnis bei der Landtagswahl (32,6 Prozent) und dem bei der Bundestagswahl (17,8 Prozent) zeige, auf welch dünnem Eis die Grünen im Südwesten unterwegs seien, war die einhellige Meinung. Kretschmann selbst forderte die Seinen nach Angaben von Teilnehmern auf, dringend darüber nachzudenken, wie man den grünen Erfolg im Südwesten langfristig absichern könne – auch wenn er dann mal weg sei.

Es gehe auch darum, aus der Bundestagswahl Lehren zu ziehen, war man sich einig. Der berühmte Elefant im Raum war die Frage: Inwieweit kann man die Lage der Union nach dem Rückzug von Angela Merkel mit der Situation der Grünen im Land vergleichen, die spätestens 2026 auf ihren Vormann Kretschmann verzichten müssen. Erlebt die Ökopartei dann auch einen Absturz? Das Rennen um die Nachfolge sei in der Sitzung noch nicht eröffnet worden, beteuern mehrere Teilnehmer übereinstimmend. Dafür sei Kretschmanns Abschied noch zu lange hin. Trotzdem sei klar, dass die denkbaren Aspiranten, Fraktionschef Andreas Schwarz und Finanzminister Danyal Bayaz, nun noch genauer beobachtet würden, ob sie sich in Stellung bringen.

Beim Koalitionspartner CDU sind nach den historischen Pleiten im Land wie im Bund sowieso Aufräumarbeiten angesagt. In gut einem Monat wird bei der Landes-CDU ein neuer Vorstand gewählt. Ob sich Landeschef Thomas Strobl im Amt halten kann? Der 61-Jährige hat seine Partei in die Koalition mit den Grünen gerettet und somit eine Ampel im Land mit verhindert. dpa

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