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Prozess - Lebenslange Haft für 71-Jährigen

Urteil 26 Jahre nach Attacke

Von 
lsw
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Stuttgart. Knapp 26 Jahre nach einer tödlichen Attacke auf eine Frau in Sindelfingen ist ein 71-jähriger Mann vor dem Landgericht Stuttgart zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Motiv des Mannes blieb aber weiter unklar, wie der Richter in seiner Urteilsbegründung am Mittwoch sagte. Die Anklage hatte eine lebenslange – also mindestens 15 Jahre – Haftstrafe gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

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Der Mann tötete das ihm unbekannte Opfer nach Auffassung des Gerichts am 14. Juli 1995 auf heimtückische Weise. Die 35-Jährige war nach Ansicht des Gerichts ein Zufallsopfer. Der Täter überfiel die Frau auf dem Heimweg von ihrer Arbeit. Er habe die Frau am Arm festgehalten und mit einem Stichwerkzeug in ihre Brust gestochen. Die 35-Jährige versuchte noch, sich zu wehren. Doch der Mann ließ nicht von ihr ab und stach 23 Mal zu.

Eine nach der Tat gegründete Sonderkommission hatte den Mann bereits früh im Visier– doch die Ermittlungen blieben zunächst erfolglos. Die Beweise reichten nach Worten des Richters wegen der schlechten Technik damals nicht aus. Erst 2018 kontrollierten Experten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg erneut eine DNA-Spur, die damals am Körper des Opfers gesichert worden war. „Die Spuren der DNA, die wir von Ihnen gefunden haben, fanden wir unter den Fingernägeln der Toten“, erklärt der Richter. Da sich Täter und Opfer vor der Tat nicht kannten oder Kontakt hatten, könne die DNA nur bei dem Verbrechen unter die Fingernägel der Getöteten gekommen sein.

2007 hatte das Landgericht Würzburg den Mann wegen Totschlags und räuberischer Erpressung in einem anderen Fall verurteilt. Er erhielt damals eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten. 2016 wurde er entlassen. 

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