Corona - Das Land Baden-Württemberg öffnet Schulen schrittweise ab 22. Februar / Notbetreuung in Kitas entfällt Unterricht im Wechselmodell

Von 
Michael Schwarz
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Stuttgart. Nach der Corona-Konferenz von Bund und Ländern nutzt Baden-Württemberg den Spielraum bei den Schulen und Kitas.

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Losgehen soll es ab den 22. Februar zunächst im Wechselbetrieb. In anderen Bereichen bleibt alles unverändert.

Wie geht es in den Grundschulen im Südwesten weiter?

Grenzkontrollen

Breiten sich die Virusmutationen in den Nachbarstaaten weiter aus, dann hält Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Grenzkontrollen für möglich.

Im Frühjahr wurden im Zuge der ersten Welle bereits Grenzkontrollen durchgeführt. Im Extremfall könne es sogar zu Grenzschließungen kommen, so der Grünen-Politiker weiter. Dies wolle man natürlich vermeiden.

Der grüne Regierungschef erklärte zudem, er wolle sich wegen der gemeinsamen Grenze zu Frankreich mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland abstimmen. mis

Grundschulen sollen ab dem 22. Februar wieder schrittweise in den Präsenzbetrieb gehen. Hier ist ein Wechselbetrieb geplant: Von den vier Klassenstufen sollen pro Woche zwei in der Schule unterrichtet werden, die anderen beiden von zu Hause aus. Die Klassen im Präsenzbetrieb sollen zudem noch geteilt werden – und dies in möglichst konstante Gruppen. Die Schulen vor Ort können selbst entscheiden, welche beiden Klassenstufen pro Woche in Präsenz unterrichtet werden. Hier gibt es keine Vorgaben.

Wie genau soll der Unterricht aussehen?

Vorrang haben die Fächer Deutsch, Mathe und Sachunterricht sowie in der Klassenstufe vier die Vorbereitung auf den Übergang auf die weiterführende Schule. Sportunterricht findet nicht statt. Weiter soll der Präsenzunterricht mindestens zehn Wochenstunden umfassen. Wenn es möglich ist, kann die Schule die Zahl der Wochenstunden auch erhöhen. Generell gilt, dass die Präsenzpflicht weiterhin ausgesetzt bleibt. Damit können die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind in die Schule schicken oder ob dieses von zu Hause unterrichtet werden sollen. Die Notbetreuung bleibt bestehen für die Kinder, die nicht in Präsenz sind, aber Anspruch auf Notbetreuung haben.

Was ist mit den Grundstufen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)?

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Das Konzept der Grundschulen gilt auch für den Wiedereinstieg in den Präsenzbetrieb in den Grundstufen der SBBZ.

Sind genügend Schutzmasken vorhanden?

Laut dem Kultusministerium ist der Versand von geprüften Schutzmasken des Typs KN95 an die etwa 2500 Grundschulen im Südwesten fast abgeschlossen. Aus pädagogischen und wissenschaftlichen Gründen soll es an den Grundschulen im Unterricht weiter keine Maskenpflicht geben. Freiwillig kann eine Maske getragen werden.

Was ist an den weiterführenden Schulen geplant?

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Für die Schüler der Abschlussklassen wird ab dem 22. Februar ebenfalls ein Wechselbetrieb mit Präsenz- und Fernunterricht umgesetzt. Die Schulen vor Ort können selbst entscheiden, wie sie mit dem Präsenzangebot umgehen.

Werden Schnelltests für Lehrer und Erzieherinnen ausgeweitet?

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Ja. Das Personal an Schulen, Kitas und in der Kindertagespflege erhält bis Ostern zwei kostenlose Antigen-Schnelltests pro Woche. Hierfür müssen keine Symptome vorliegen. Laut Sozialminister Manne Lucha (Grüne) sollen die Tests in Apotheken und Arztpraxen durchgeführt werden.

Wie geht es in den Kitas und in der Kindertagespflege weiter?

Sie öffnen ab dem 22. Februar wieder mit den Corona-Vorgaben, die es bereits vor der Schließung gegeben hatte. Hierzu gehört etwa eine möglichst konstante Gruppenzusammensetzung. Die Notbetreuung entfällt dann wieder.

Kommt es zu weiteren Änderungen im Südwesten?

Nein. Baden-Württemberg hält sich ansonsten an die Bund-Länder-Beschlüsse, also an die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März. Einzige Ausnahme bilden auch im Südwesten die Friseure, die mit einem Hygienekonzept ab 1. März ihre Läden wieder öffnen dürfen.

Und wer könnte als Nächstes öffnen?

Liegt der Wert bei der Sieben-Tage-Inzidenz konstant unter 35, könnten in einem nächsten Schritt Öffnungen bei körpernahen Dienstleistungen und dem Handel erfolgen. Dies erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag im Landtag.

Korrespondent